Ihre Eiserne Hochzeit feierten Anni und Otto Rüger. Kennengelernt haben sich beide auf der ersten Herzogenauracher Kerwa an der Schnapsbude, wie sich die Jubilare erinnern.

Otto Rüger wurde 1930 als Drittältester von sieben Geschwistern geboren. Er kam nach dem Krieg Anfang der 50-er Jahre auf Arbeitssuche von Mitwitz in Oberfranken nach Herzogenaurach und arbeitete damals bei den Amerikanern am Flughafen als ziviler Wachangestellter.

Seine spätere Gattin Anni, eine gebürtige Frischmann, wurde 1932 geboren. Sie war die Tochter vom "Frischmanns Balters" Balthasar Frischmann, einem Fuhr- und Taxiunternehmer in der 30-er Jahren, der auch als großer ASVler bekannt war. Sie beschloss, nachdem nach dem damaligen katholischen Kirchenrecht der Brautsegen verwehrt bleiben musste sowie keine Glocken läuten sollten, mit Otto alleine in Gößweinstein zu heiraten. Denn der Bräutigam war evangelisch.

Mit der Bahn zur Basilika

Die Beiden sind damals im Jahre 1954, alleine und bei starkem Schneefall, mit der Bahn in die Fränkische Schweiz gereist und haben sich in der Basilika trauen lassen. Trauzeugen waren der Organist und der Messner, berichtet ihr Sohn Roman. Und das ersehnte Glockenläuten bekam das Paar auch, da sich die auf 11 Uhr angesetzte Trauung um eine Stunde verzögert hatte und das 12-Uhr-Läuten ohnehin anstand.

Um das "eiserne" Jubeljahr zu beginnen, ist das Paar dieser Tage zusammen mit Sohn Roman nach Gößweinstein gefahren, 65 Jahre nach der Trauung. Franziskanerpater Flavian hat die Beiden zum Jubiläumsfest im Rahmen einer kleinen Feier vor dem Gnadenaltar gesegnet. "So hat meine Mutter ihren Brautsegen doch noch erhalten", berichtet Roman. Und die Glocken haben erneut geläutet - es war auch diesmal zwölf Uhr mittags.

Ihr Sohn Roman berichtet über die stimmungsvolle Stunde weiter: "Beide lieben sich wie am ersten Tag und sind dankbar, so lange so glücklich verheiratet zu sein."