"Ich fürchte, mit solchen Verbrechen muss man vereinzelt überall in Europa immer wieder rechnen", sagte Rohe, der unter anderem den Verfassungsschutz berät, am Mittwoch. Die Sicherheitsorgane könnten dies nicht verhindern, da die Radikalisierung der Täter oft sehr schnell und weitgehend unbemerkt ablaufe.

"Es ist wichtig, dass wir jetzt die Nerven behalten", sagte Rohe, der als einer der führenden Islamwissenschaftler Deutschlands gilt. Denn die Terroristen wollten mit ihren Anschlägen staatliche Repressionen provozieren, um ihren Fanatismus zu rechtfertigen. "In diese Falle dürfen wir nicht laufen", warnte er.

Wichtiger als neue Gesetze sei die Prävention.
Die Moscheenverbände in Deutschland seien allerdings personell und finanziell nicht in der Lage, diese Aufgabe alleine zu übernehmen. Muslimische Zuwanderer rief Rohe auf, sich an die Polizei zu wenden, wenn sie Hinweise auf eine drohende Gefährdung haben. "Dass dies aus familiärer Verbundenheit oder weil man so etwas nicht nach draußen tragen will, oft unterbleibt oder erst zu spät stattfindet, ist falsch."