In einer groß angelegten Studie aus Registerdaten der International Society for Heart and Lung Transplantation (ISHLT) mit weltweit 44.516 untersuchten Patientinnen und Patienten konnte ein internationales Forschungsteam einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem CMV-Antikörperstatus von Organspenderinnen und -spendern und einem reduzierten Langzeitüberleben nach einer Herztransplantation nachweisen, so das Universitätsklinikum Erlangen in einer Pressemitteilung.

Die Ergebnisse veröffentlichte das Team um PD Dr. Christian Heim, geschäftsführender Oberarzt der Herzchirurgischen Klinik (Direktor: Prof. Dr. Michael Weyand) des Universitätsklinikums Erlangen, nun in der renommierten Fachzeitschrift Transplantation.

Obwohl sich das Langzeitüberleben von Patientinnen und Patienten durch eine Herztransplantation deutlich verbessert, beträgt das mittlere Überleben nach einer Operation weiterhin nur zwölf Jahre. Bei gleichzeitig sinkender Bereitschaft zur Organspende in der Bevölkerung und dem damit einhergehenden Mangel an Spenderorganen bleibt die Herztransplantation das Mittel der Wahl, um eine dauerhafte Herzinsuffizienz zu behandeln.

„Jedes Jahr versterben immer noch viele Patientinnen und Patienten auf den Wartelisten für ein Spenderherz. Um dem Mangel an Spenderorganen entgegenzuwirken, ist nicht nur eine intensive Aufklärung der Bevölkerung erforderlich, sondern auch die Erforschung chronischer Abstoßungsprozesse, die ursächlich sind für ein späteres Transplantatversagen“, erklärt Dr. Heim.

Im Laufe des Lebens infizieren sich die meisten Erwachsenen symptomlos mit dem Cytomegalovirus (CMV) aus der Familie der Herpesviren und tragen den Erreger anschließend unbemerkt im Körper. In tierexperimentellen Ansätzen wurde CMV bereits mit der Transplantatvaskulopathie in Zusammenhang gebracht – einer Langzeitkomplikation, die als Hauptursache für die chronische Organabstoßung bei Patientinnen und Patienten verantwortlich ist.

Inwieweit sich jedoch die Antikörperkonstellation zum Zeitpunkt der Transplantation auf das Langzeitüberleben von Organempfängerinnen und -empfängern auswirkt, blieb lange Zeit unklar.

Nun konnte erstmals an einem großen Patientenkollektiv gezeigt werden, dass ein positiver CMV-Antikörperstatus von Spenderinnen bzw. Spendern mit einem deutlich schlechteren Outcome für die Organempfängerinnen und -empfänger behaftet ist.

„Wir konnten in dieser großen Registerstudie zum ersten Mal zeigen, dass der CMV-Status zum Zeitpunkt der Transplantation signifikant mit der reduzierten Lebenserwartung von herztransplantierten Patientinnen und Patienten zusammenhängt“, erklärt Philipp Müller, Assistenzarzt der Herzchirurgie. Dr. Heim ergänzt: „Wir beschäftigen uns bereits seit über zehn Jahren grundlagenwissenschaftlich mit Cytomegaloviren und ihrer Auswirkung auf die chronische

Abstoßung nach Herz- und Lungentransplantationen. Erfreulicherweise konnten unsere kleintierexperimentellen Ergebnisse in der nun vorliegenden Registerstudie bestätigt werden. Ob das zukünftig auch Einfluss auf die Verteilung von Spenderorganen haben wird, müssen wir in den nationalen und internationalen Fachgesellschaften diskutieren.“