Wo ist die Schwachstelle des SARS-CoV-2-Erregers? Mit welchen Wirkstoffen können neu entwickelte Medikamente das menschliche Immunsystem von an COVID-19-erkrankten Menschen erfolgreich unterstützen?  Diese Fragen untersucht das Forschungsteam von Prof. Dr. Manfred Marschall am Universitätsklinikum im Virologischen Institut – Klinische und Molekulare Virologie (Direktor: Prof. Dr. Klaus Überla), erklärt das Universitätsklinikum Erlangen.

Für seine "vielversprechenden Ansätze bei der Entwicklung antiviraler Medikamente" bekam Prof. Marschall von der Manfred-Roth-Stiftung eine Spende in Höhe von 35.000 Euro überreicht, die in das Forschungsprojekt "Entwicklung neuer Reporter-basierter Testsysteme zur Analyse von antiviralen Wirkstoffen gegen das pandemische Coronavirus SARS-CoV-2" fließe.

Im Rahmen ihres Matching-Funds-Programms erhöhe die Forschungsstiftung Medizin (Vorstandsvorsitzender: Prof. Dr. Werner G. Daniel) am Uni-Klinikum Erlangen den Betrag auf insgesamt 47.250 Euro.

Um die mit dem SARS-CoV-2-Erreger infizierten Zellen künftig mittels antiviraler Medikamente unterstützen zu können, analysiere das Forschungsteam um Marschall derzeit "intensiv mögliche Synergieeffekte ausgewählter Wirkstoffkombinationen, die sich gegen unterschiedliche regulatorische Proteine des Virus bzw. der infizierten Wirtszelle richten".

"Mit diesem Ansatz wollen wir einerseits die Wirkeffizienz künftiger Medikamente steigern und andererseits eine Resistenzbildung verhindern", so der Forschungsleiter der Virologie des Uni-Klinikums Erlangen. „Dabei lassen wir uns insbesondere die Option, bereits vorhandene Medikamenten-Kombinationen in Form einer ‚Repurposing‘-Neuapplikations-Strategie einzubinden.“

Indem die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Analyse den Fokus auf die selektive Identifizierung bestimmter Wirkstoffe mit anticoronaviralen Eigenschaften richten – unabhängig von deren genauem Wirkmechanismus – eröffne sich die Möglichkeit, "diese bei neu auftretenden SARS-CoV-2-Varianten leichter anzupassen".