Nach dem Großeinsatzwegen plötzlichen Erkrankungen in der Asylunterkunft in Herzogenaurach gibt es Entwarnung. Bereits am Samstagabend schloss der leitende Notarzt den Norovirus aus und ging von einer für die Jahreszeit vorkommenden Magen-Darminfektion aus. Die ersten Erkrankten konnten bereits am Samstagabend wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Am Sonntagvormittag befanden sich noch 17 Kinder im Krankenhaus. "Die Lage ist entspannt, der Anfangsverdacht auf Norovirus hat sich nicht bestätigt", erklärte am Sonntagvormittag Thomas Heideloff vom BRK-Kreisverband Erlangen-Höchstadt.
Auch Landrat Alexander Tritthart, der im Kontakt mit dem Gesundheitsamt steht, bestätigte wieder einen "Normalbetrieb" in der Flüchtlingsunterkunft in Herzogenaurach.

Der Landrat war noch in der Nacht zum Sonntag nach Herzogenaurach gekommen und ließ sich von der Einsatzleitung über den weiteren Verlauf der medizinischen Maßnahmen informieren. "Eine derartige Erkrankung kann bei dieser Jahreszeit immer wieder mal auftreten", erklärte Bürgermeister German Hacker und wünschte den erkrankten Flüchtlingen eine schnelle Genesung. "Ich bin froh, dass bei keinem der Flüchtlinge die hochansteckende Krankheit diagnostiziert wurde und die ersten Patienten wieder aus dem Krankenhaus entlassen wurden", sagte der Landrat am Sonntagvormittag. Gleichwohl ist der Landrat über einige Kommentare in den sozialen Netzwerken entsetzt und vermutet dahinter teils eine gezielte Provokation einiger Leute.

Was war am Samstagabend passiert: Als bei einem Kind, das am Nachmittag über Übelkeit und Magen-Darmbeschwerden klage und auch Fieber hatte und in kurze Zeit später weitere Kinder die gleichen Symptome aufwiesen, schrillten bei den Verantwortlichen die Alarmglocken.

Und am frühen Abend wurde deshalb "MANV" (Massenanfall von Verletzten und Erkrankten), "das ist bei Unfällen mit mehreren Verletzten aber auch bei einer Massenerkrankung ein völlig normaler Vorgang", erklärte Thomas Heideloff schon am Samstagabend.

Damit wird ein Alarmkette in Gang gesetzt und alle erforderlichen Rettungskräfte der Region informiert. Koordiniert werden dann solche Einsätze durch die Integrierte Leitstelle (ILS), die sich um benötigte Notärzte und Rettungswagen sowie freie Betten in den Krankenhäusern kümmert und die zuständigen Behörden informiert.

Dass dies in Herzogenaurach vorzüglich funktionierte, bestätigten sowohl der Landrat, als auch die verantwortlichen Einsatzleiter. Das Areal des Praktikers wurde von der Herzogenauracher Feuerwehr großräumig abgesperrt und Zutritt hatte nur noch das Rettungspersonal und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes. Bereits um 19 Uhr gab der leitende Notarzt Dr. Thomas Ruppert Entwarnung, was auch von den Krankenhäusern schließlich bestätigt wurde.