Auf dem Plan ist sie (fast) fertig, die Ortsumgehung des Herzogenauracher Stadtteils Niederndorf. Bei einem Pressegespräch stellte Bürgermeister German Hacker (SPD) den möglichen "Trassenkorridor" vor und erläuterte das Ergebnis der bisherigen Untersuchungen. Am kommenden Mittwoch um 18 Uhr wird der Planungsausschuss über den möglichen Trassenverlauf beraten und einen Beschlussvorschlag für den Stadtrat erarbeiten.
Wie Hacker erläuterte, wurden auf Grundlage der Machbarkeitsstudie die weiteren Planungsschritte vorbereitet und mit den Genehmigungsbehörden abgestimmt. Daraus folge, dass eine landesplanerische Überprüfung erforderlich ist und alle wichtigen Aspekte wie zum Beispiel Wasser, Natur und Landschaft, Verkehr, Wirtschaft, Immissionsschutz oder Stadtentwicklung untersucht und bewertet werden müssen.
Hacker betonte, dass bislang alles intensiv betrachtet und untersucht worden sei, was es nur zu untersuchen gegeben habe. Dabei habe sich ergeben, dass man vom ursprünglichen Trassenverlauf entlang der Hochspannungsleitung etwas abrückt. Es habe sich herausgestellt, dass sich gerade im Bereich der Hochspannungsleitung eine Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten angesiedelt habe.
Dass es in einigen Bereichen zu Konflikten kommen kann, wollte der Bürgermeister nicht verhehlen, aber er ist sich mit den Fachleuten einig, dass sich diese auch lösen lassen. Die Planer werden bemüht sein, mit Natur und Umwelt sehr sensibel umzugehen. Dies sei auch ein Grund, warum sich der Trassenverlauf leicht verschieben werde. Die genaue Trasse lasse sich natürlich erst im nächsten Schritt, dem Raumordnungsverfahren, genau darstellen. Deswegen werden Planungsausschuss und Stadt über Trassenvarianten sowie eine "Vorzugsvariante" beraten und beschließen.

Eine Aurach-Querung entfällt

Beim Raumordnungsverfahren ist dann die Untersuchung der Trassenvarianten auf ihre Raumbedeutsamkeit eines der Hauptkriterien. Es müsse die bestmögliche Erreichbarkeit der Planungsziele berücksichtigt werden, dazu gehöre auch die Entlastung der Ortsdurchfahrten. Eine besondere Bedeutung haben dabei verkehrliche Wirksamkeit, Wasser und insbesondere der Hochwasserabfluss, natürlich der Immissionsschutz sowie Natur und Umwelt.
Die vorliegende Planung wurde in fünf Abschnitte aufgeteilt, wobei im Abschnitt A (Bereich Schaeffler) der südlichen Variante den Vorzug gegeben werden soll. Sie erfülle nicht nur eine bessere verkehrliche Zielsetzung, es könne auch ein Querung der Aurach entfallen. In diesem Zusammenhang wies Bürgermeister Hacker darauf hin, dass die Umgehung im Tal nie zum Tragen gekommen wäre. Der Eingriff in die Natur, aber auch die Nähe zu Wohngebäuden wären zu unüberwindbaren Hindernissen geworden. Im Abschnitt B bestimmen geschützte Tierarten den Trassenverlauf, darüber hinaus orientiert sich die Trasse am Geländeverlauf und an straßenbaulichen Erfordernissen. Ein tiefer Ausschnitt kommt dabei der Lärmreduzierung zugute. Im Abschnitt C führte die Trasse noch durch das Biotop, dies wurde nun geändert und die Trasse führt am Biotop vorbei.
Der neue Trassenverlauf hat auch noch den Vorteil, dass die Straße rund 450 Meter kürzer sein wird. Damit reduzieren sich Baukosten, Flächenbedarf und damit Flächenversiegelung sowie der Bedarf an Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Im Abschnitt B wird die Waldvariante gewählt, diese Trasse komme dem Naturschutz entgegen und schütze Natur und Mensch bestmöglich. Der letzte Abschnitt ist dann die Verknüpfung mit dem Hans-Ort-Ring und die Anbindung von Neuses.
"Die Unterlagen weisen einen hohen Bearbeitungsstand auf und sollten bis Anfang April 2015 fertiggestellt sein", erklärte der Bürgermeister. Nach dem Beschluss des Stadtrates hat die Regierung von Mittelfranken vier Wochen Zeit für die Prüfung. Das Verfahren bei der Raumordnungsbehörde wird etwa sechs Monate dauern. Aus diesem Grund könne noch kein detaillierter Trassenverlauf eingezeichnet werden, und die Grundstücksverhandlungen beginnen erst nach Abschluss des Raumordnungsverfahrens. In der Sitzung des Planungsausschusses werden Mitarbeiter der beteiligten Büros sowohl die Stadträte als auch die Öffentlichkeit umfassend informieren.