Höchstadt hat ein Eisstadion, Erlangen bietet Eislauf mitten in der Stadt, doch in Herzogenaurach herrscht diesbezüglich Ruhe. Einen Vorstoß der CSU, doch in der Innenstadt eine mobile Eislauffläche zu schaffen, lehnte der Stadtrat vor drei Jahren mehrheitlich ab. Das Vergnügen liegt in der Sportstadt diesbezüglich auf Eis.

Jetzt aber hat sich einer der beiden Sportartikler entschlossen, das Hobby anzubieten. Wenigstens für ein paar Tage, aber wenn die Nachfrage entsprechend ist, vielleicht auch länger oder öfter. Das sagte Dietmar Knöß, der bei Puma eine solche Eislauffläche initiiert hat.

Freilich ist das vorerst keine feste Einrichtung. Die 450 Quadratmeter große Fläche aus Natureis steht zunächst bis zum kommenden Samstag und ist Bestandteil des Weihnachtsmarkts, den die Firma mit dem Emblem der Raubkatze in diesem Jahr erstmals anbietet. Übrigens nicht nur für ihre Mitarbeiter, denn alle Bürger sind eingeladen zu kommen.

"Wenn ich eine Eisbahn sehe, dann werden Kindheitserinnerungen wach", sagte Knöß am Nikolaustag. Und freute sich, dass die Fläche schon kurz nach der Eröffnung von den Mitarbeitern gut genutzt wurde. Schon deshalb hat sich der Personalchef für eine Eisbahn erwärmt und auch ein paar andere Mitstreiter überzeugen können. Jetzt wolle man die Resonanz abwarten. Vorstellbar wäre, so meinte Knöß, dass die Bahn zu einer Dauereinrichtung auch in den kommenden Wintern werden könnte. Und eine Verlängerung über den Samstag hinaus ist wohl auch nicht ausgeschlossen. Denn: "Herzogenaurach kann eine Eisbahn gebrauchen", sagte der Puma-Mann.


Rückblick

Zehn Jahre ist es her, dass zuletzt auf der Herzo Base der Versuch einer dauerhaften Eislaufbahn im Winter gestartet wurde. Damals wurde die Grundstücks-Entwicklungsgesellschaft (GEV) in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr aktiv. Nur - sehr lange hielt das Vergnügen nicht. Aber: Wer weiß, vielleicht wird das Puma-Experiment ja zu einer festen Einrichtung.

Bürgermeister German Hacker (SPD) würde eine solche private Initiative begrüßen. "Tolle Idee", sagte er. Zumal die Stadt die Möglichkeit nicht habe, beispielsweise Hubmannparkplatz oder Schlosshof oder eine andere Fläche im Herzen der Stadt für ein paar Wochen zu sperren und zur Eisbahn umzuwandeln. "Der Stadtratsbeschluss von 2013 gilt auch heute noch", sagt Hacker. Damals sprachen die Kosten, der hohe Energieaufwand und auch der Mangel an einer geeigneten Fläche für die Absage.

Auch im Wiesengrund habe man mal den Versuch gestartet, einfach eine Fläche zu fluten. Doch das habe sich als nicht praktikabel erwiesen. Dennoch gibt es bereits ein Angebot in der Natur. Denn im Stadtgebiet gibt es mit dem Wiwaweiher und anderen schon ein paar zentrale Flächen. Diese sind in der jetzt neu aufgelegten Familienbroschüre "Tipps für Familien", erhältlich in der Touristinformation, genannt. Und stehen auch auf der Homepage der Stadt (www.herzogenaurach.de), wie Felicitas Fischer vom Kulturamt sagte. Zu finden unter dem Begriff "Entdecken" und dort unter "Sport und Freizeit". Freilich sei das Betreten dort auf eigene Gefahr.


Schnee zur Weihnachtsfeier

Bei Puma ist die Eisbahn nicht die einzige Aktivität in diesen adventlichen Tagen. So gibt es regelmäßig Charity-Aktionen, mit denen regionale Projekte und Personen in Not unterstützt werden. Auch die Auszubildenden sind hier aktiv dabei, sagt Puma-Mann Knöß. Jeden Tag sei man in dieser Woche vorweihnachtlich gestimmt. Am Dienstag war ein kostenloses Gansessen für alle Mitarbeiter, und das sind immerhin etwa 1100. Des Weiteren werde in der Kantine täglich ein Weihnachtsgericht aus einem anderen Land kredenzt. Und am Donnerstag ist die große Puma-Weihnachtsfeier. Mit Live-Musik der italienischen Band "Vinyl 45" - und Schnee auf der Plaza neben der Eisbahn. Das verspricht Knöß, egal wie das Wetter wird. Eine Schneekanone macht's möglich.