Auch am Tag danach war noch nicht klar, warum am Donnerstagnachmittag in der Scheune eines landwirtschaftlichen Anwesens im Vestenbergsgreuther Ortsteil Dutendorf ein Feuer ausgebrochen ist. Spezialisten der Erlanger Kriminalpolizei waren vor Ort, um die Brandursache und die genaue Schadenshöhe zu ermitteln.

Wie die Kreisbrandinspektion Erlangen-Höchstadt mitteilt, waren um 15.36 Uhr zahlreiche Einsatzkräfte aus den Landkreisen Erlangen-Höchstadt, Bamberg und Neustadt an der Aisch/Bad Windsheim alarmiert worden. Bei deren Eintreffen stand eine weithin sichtbare Rauchsäule über dem Kuhstall und der Scheune des Dreiseithofes. Das erste Hauptaugenmerk der Rettungskräfte lag auf der Rettung des darin befindlichen Großviehs: Zusammen mit weiteren Helfern brachten Feuerwehrleute und Polizisten über 30 Rinder in Sicherheit. Eine junge Frau verletzte sich dabei leicht und wurde vor Ort vom Rettungsdienst versorgt.

Wohngebäude schützen

Für ein geordnetes Vorgehen der rund 120 eingesetzten Feuerwehrleute bildete Reiner Frischmann, federführender Kommandant der Feuerwehren der Marktgemeinde Vestenbergsgreuth, mehrere Einsatzabschnitte zur Brandbekämpfung sowie für die Tierrettung und die Bereitstellung der anrückenden Kräfte. Er wurde dabei von mehreren Führungsdienstgraden der Kreisbrandinspektion Erlangen-Höchstadt sowie der Unterstützungsgruppe "Feuerwehr-Einsatzleitung" aus Mühlhausen bei der Kommunikation und Dokumentation an der Einsatzstelle unterstützt.

Weitere Schwerpunkte des Einsatzes waren der Schutz zweier unmittelbar neben der Stallung befindlicher Wohnhäuser sowie der Erhalt eines möglichst großen Teiles der Nebengebäude. Dazu wurden zunächst von den beiden Drehleitern der Feuerwehren Höchstadt und Scheinfeld zwei Strahlrohre zum Abschirmen eingesetzt, ein Trupp unter Atemschutz kontrollierte das Dachgeschoss eines unmittelbar an die Scheune angebauten Hauses von innen, gleichzeitig wurden mehrere Strahlrohre zur Brandbekämpfung von außen, teilweise über tragbare Leitern, eingesetzt.

Vollbrand verhindert

Durch rasches Öffnen des Daches an verschiedenen Stellen konnten die Temperatur und die Rauchdichte im Gebäude gesenkt werden, so dass eine Durchzündung der Rauchgase und damit ein Vollbrand der Gebäude verhindert wurde. Die Lokalisierung des eigentlichen Brandherdes im Bereich eines rund zehn Meter langen und zwei Meter hohen Heustocks gelang erst, nachdem das Obergeschoss ausreichend entraucht worden war.

Durch die Tatsache, dass eine Dachseite mit einer großflächigen Photovoltaik-Anlage bestückt war, musste die daraus resultierende Gefährdung der Einsatzkräfte durch elektrischen Strom berücksichtigt und die Dachmodule gleichzeitig bestmöglich gegen Absturz und Beschädigungen geschützt werden.

Nach der Lokalisierung des brennenden Heustocks wurde dieser von Einsatzkräften vor Ort unter Atemschutz provisorisch gelöscht, bis spät in die Nacht von Hand abgetragen und das Heu durch eine Luke in die Stallung im Erdgeschoss gebracht, wo der Landwirt mit einem Radlader das Brandgut aufnahm und nach draußen transportierte. Von dort wurde es mit mehreren Traktoren und Anhängern auf eine feuchte Freifläche gebracht, wo es keinen Schaden mehr anrichten konnte. Mit dieser besonnenen Vorgehensweise konnten sowohl die tragenden Bauteile, Wände und Dachstühle der Nebengebäude und auch die Module der Photovoltaikanlage weitestgehend gerettet und der Sachschaden auf ein vergleichsweise geringes Maß begrenzt werden, schreibt die Feuerwehr.

THW berät die Feuerwehr

Seitens des Rettungsdienstes waren zunächst zwei Rettungswagen aus Schlüsselfeld und ein Notarzt nach Dutendorf beordert worden, die im weiteren Verlauf dann durch die Schnelleinsatzgruppe des BRK Höchstadt abgelöst wurden. Zur Versorgung der Einsatzkräfte mit warmen und kalten Getränken sowie Verpflegung kamen zwei weitere dafür ausgestattete Schnelleinsatzgruppen des BRK aus Adelsdorf und Heroldsberg an die Einsatzstelle.

Fachberater des THW Baiersdorf unterstützten die Arbeit der Feuerwehrleute, insbesondere auch in Fragen der Energieversorgung des Anwesens. Des Weiteren stand eine Bergungsgruppe an der Einsatzstelle bereit, die jedoch nicht mehr zum Einsatz kommen musste.

Seitens der Polizei waren mehrere Streifen vor Ort, die neben ihren eigenen Ermittlungen auch der Feuerwehr mit Rat und Tat zur Seite standen.