Ein vorbeikommender Realschüler schien seinen Augen nicht zu trauen: Auf dem Lehrerparkplatz wurde ein Schrottauto abgeladen statt aufgeladen. "Bleibt das Auto hier so stehen?", fragte er eine Lehrkraft, um sich dann gleich selbst eine Antwort zu geben: "Die werden auch immer irrer!"
Dass das abgestellte Schrottauto absichtlich abgestellt und von der neunten Klasse gebraucht wurde, konnte der Schüler einer anderen Klasse schließlich nicht wissen. Während das Auto abgeladen wurde und sich an der Feuerwache ein Löschfahrzeug in Bewegung setzte, präsentierten im Musiksaal fünf Schülerinnen das Ergebnis ihrer Projektarbeit. Katharina Schmitz, Jaqueline Kugler, Stefanie Frötsch, Sara Caputo und Tina Erletz hatten sich das Thema "Feuerwehr, Krankenhaus und Polizei" für ihre Teamarbeit ausgesucht.
"Als Sozialform des Unterrichts fordert Projektarbeit die Teamarbeit der Schüler, als Unterrichtsprinzip fordert sie das kooperative Lernen", erklärte Lehrkraft und Projektleiter Thomas Hellmuth. Das Besondere der Projektarbeit sei, dass die Schülerinnen keinerlei Unterstützung der Schule erhielten. In Zweiergruppen besuchten sie die ausgesuchte Organisation, gewannen bisher nicht gekannte Einblicke und beantworteten nicht nur Fragen ihrer Klassenkameraden gekonnt, sondern erzählten viel von dem selbst erarbeiteten Erfahrungen.
So konnten die Schülerinnen den jeweiligen Beruf fast bis ins Detail vorstellen, kannten die Ausbildungsdauer und auch die Verdienstmöglichkeiten. Bei der Feuerwehr und der Polizei berichteten sie von besonders schweren Einsätzen, und dass es in den Berufen auch sehr belastende Momente gibt.

Sozialkompetenz erwerben


Um das Gesagte zu unterstreichen, hatten die Schülerinnen auch einen Praxisteil im Angebot. Bei dem Thema Feuerwehr bot sich an, einen Menschen aus einem verunfallten Auto zu befreien. Sara Caputo mimte das Opfer und die Herzogenauracher Feuerwehr war gerne bereit, eine Personenrettung zu demonstrieren.
Als übergeordnete Ziele der Projektarbeit lassen sich der Erwerb von Sozialkompetenz, Methodenkompetenz und die Reflexion von gesellschaftlichen Werten und Normen nennen. Das Erreichen der selbstgesteckten Ziele und der Erfolg bei der Präsentation kann als ganzheitlicher Prozess wahrgenommen werden.

Unterstützung bekommen


Bei der Vorstellung der Projektarbeit waren die Schüler der achten Klassen mit Beobachtungsaufträgen dabei und beurteilten sie. Daraus erfolgte abschließend ein Zertifikat über die Leistungen, verbunden mit einem Wortgutachten und es werden jeweils einfache Noten gegeben.
Für die anwesenden Lehrkräfte und Schüler war vor allem interessant, dass die Projektgruppe sowohl im Kreiskrankenhaus, bei der Polizei und bei der Feuerwehr in Herzogenaurach volle Unterstützung bekommen hatten.
"Wir wurden nirgendwo abgewiesen, wir durften alles fragen und die Einsatzkräfte aller Organisationen haben uns auch viel gezeigt - das war eine super Unterstützung", waren sich die Schülerinnen einig.



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