Der Trainings- und Spielbetrieb der Spielvereinigung Heßdorf kann weitergehen, soweit einigten sich Kläger und Beklagte vor dem Landgericht Nürnberg.

In einer fast zweistündigen Verhandlung saßen sich der Kläger sowie die beiden Beklagten, die Gemeinde Heßdorf und die Spielvereinigung, samt Anwälten gegenüber. Die Vorsitzende Richterin, Brigitte Schmechtig-Wolf, und ihre beiden Beisitzerinnen waren stets bemüht, den "Ball flach zu halten", also eine vernünftige Einigung zu erzielen.

Auf der Bank der Beklagten saßen Bürgermeister Horst Rehder und Vereinsvorsitzender Johann Ort, ihnen gegenüber der Kläger mit seinem Anwalt. Gleich zu Beginn drohte die Vorsitzende Richterin, falls es zu keiner Einigung komme, einen Gutachter einzuschalten, was nicht nur sehr teuer käme, sondern sich etwa drei Jahre hinziehen würde.

"Es wäre schön, wenn wir diesen dornenreichen Weg nicht gehen müssten", appellierte die Richterin an die beiden Parteien. Gleichfalls machte die Richterin klar, dass der Spielbetrieb weiterlaufen wird. "Dass die überhaupt nicht mehr spielen, ist nicht unser Anliegen", meinte sie in Richtung des Klägers.

Vorsitzender Ort war um Sachlichkeit bemüht und schilderte die bereits getroffenen Maßnahmen. So sei der Trainingsbetrieb enorm entzerrt worden, die JFG spiele in Großenseebach, Trainingszeiten wurden verkürzt und wenn möglich, werde auf den C-Platz ausgewichen. "Wir geben uns wirklich Mühe, damit wenig Lärm entsteht, aber noch mehr verkürzen und einschränken geht nicht mehr", erläuterte Ort.

Damit war der Kläger nicht ganz einverstanden, denn die Plätze werden fast täglich bespielt. Es müsse zumindest ein spielfreier Tag erreicht werden. Nachdem sich auch die beiden Anwälte fast in die Wolle gerieten, musste die Richterin zur Sachlichkeit mahnen. Der Anwalt des Klägers forderte eine verbindliche Festlegung der Zeiten und zitierte aus dem "Lärmprotokoll" des Klägers. Dieses fand die Richterin nicht so schlimm und meinte "Fußball abschaffen geht nicht". Außerdem könnten die Spieler nicht auf die Minute genau vom Platz getrieben werden.

Plötzlich stand auch noch der Lärm des Rasenmähers zur Diskussion - das Gericht war bemüht, die Angelegenheit zu entzerren und gab vor, dass immer nur ein Thema behandelt werde. In der Folge wr das Thema "Mähen" schnell erledigt: Montag bis Freitag, 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr ist in Ordnung - Ende. Nachdem der Kläger anführte, dass der Mäher der Gemeinde beim langsamen Mähen sehr viel Lärm erzeuge, diktierte die Richterin ins Protokoll: "Der Holder der Gemeinde wird schnell und zügig gefahren."

Intensiver wurde die Diskussion zum Training und Spielbetrieb. "Die Vereinbarung wurde nicht eingehalten", protestierte der Kläger und wurde von seinem Anwalt unterstützt. "Tausche Rasenmäher gegen Training", warf eine Besitzerin zwischendrin ein, nachdem fast alle durcheinander und über verschiedene Themen redeten.
"Wenn alle durcheinander kauen, wird's nix", meinte die Richterin schließlich.

Nachdem eine schnelle Einigung nicht absehbar war, erinnerte Schmechtig-Wolf an ein Verfahren in Möning in der Oberpfalz, wo ein ähnlicher Rechtsstreit sich ebenfalls über Jahre hingezogen hatte. Dann wurde um die Zeiten gerungen, eine Vereinbarung, die über längere Zeit verbindlich ist, konnten weder Johann Ort noch die Richterin akzeptieren. Schließlich werden die Spiele vom Fußballverband vorgegeben und der Spielplan könne sich bei jeder Saison ändern, erklärte Ort, nachdem die Klägerseite wieder einen spielfreien Tag forderte.

Plötzlich verlangte der Kläger eine Sitzungsunterbrechung und ein Vier-Augen-Gespräch mit Johann Ort. Nachdem beide den Saal verlassen hatten, taten es ihnen die beiden Anwälte gleich. Nachdem die Vier den Saal wieder betreten hatten, wollte die Richterin wissen, was die bilateralen Gespräche wohl gebracht haben.

Letztlich wurden doch Zeiten vereinbart und bei einem Verstoß soll zuerst das Gespräch mit dem Sportverein gesucht werden. Die vereinbarten Zeiten wird der Vorsitzende mit seinen Leuten und den Trainern beraten. Am 25. Oktober will man sich wieder treffen, um eine endgültige Einigung zu erzielen.