Laden...
LKR Erlangen-Höchstadt
Service

Eine Anlaufstelle für alle Schwangeren

Die Hebammenzentrale in Erlangen bringt seit einem Jahr werdende Mütter aus der Stadt und dem Landkreis mit qualifizierten Betreuerinnen zusammen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ricarda Luschtinetz (l.) und Angelika Wechsler stellten Alexander Tritthart (2. v. l.) und Florian Janik das Angebot der Hebammenzentrale vor.    Foto: Yannick Hupfer
Ricarda Luschtinetz (l.) und Angelika Wechsler stellten Alexander Tritthart (2. v. l.) und Florian Janik das Angebot der Hebammenzentrale vor. Foto: Yannick Hupfer

Lange Zeit hatten Schwangere im Landkreis Erlangen-Höchstadt ein Problem, denn welcher Hebamme kann man sich und das Ungeborene anvertrauen? Wohin wende ich mich überhaupt? Und: Welche Hebamme ist für mich und meinen Wohnort zuständig? In der Vergangenheit führte das oft zur Rund-Mails mit Anfragen der Schwangeren an die Hebammen. Die wiederum mussten jede davon beantworten, betreuten dann aber folglich nur die wenigsten werdenden Mütter. Ein Mehraufwand, der für die ohnehin schon ausgelasteten Hebammen kaum zu schultern war.

Seit rund einem Jahr gibt es nun genau für dieses Problem Abhilfe. Die vom Kinderschutzbund getragene Hebammenzentrale in Erlangen ist Anlaufstelle für die Schwangeren. Über ein Formular im Internet können die Frauen ihre persönlichen Daten angeben, Angelika Wechsler und Ricarda Luschtinetz vermitteln dann die passende, freie Hebamme im Landkreis und in der Stadt Erlangen. "Es ist von Vorteil, dass es uns auch persönlich gibt - und nicht nur ein Programm", erklärt Ricarda Luschtinetz. Denn Anfragen können nicht nur online unter www.hebammenzentrale-erlangen.de, sondern auch am Telefon gestellt werden. So haben die beiden bereits 1600 Vermittlungen durchgeführt. Mittlerweile bekommen sie etwa 60 bis 80 Anfragen - pro Woche.

Verwaltungsaufwand wird reduziert

"Die Hebammen können jetzt wirtschaftlicher arbeiten", sagte Luschtinetz kürzlich bei einem Besuch von Landrat Alexander Tritthart (CSU), Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) und Bürgermeisterin Susanne Lender-Cassens (Grüne). Durch eine zentrale Anfrage der Schwangeren im Zentrum und einer direkten Vermittlung sparen sich die Hebammen den hohen Verwaltungsaufwand. Der Service ist für die werdenden Mütter kostenlos, das Projekt wird durch Fördergelder finanziert.

Insgesamt 70 Hebammen gibt es in Stadt und Landkreis. "Alle verfügbaren Freiberuflerinnen haben wir in der Zentrale", erklärt Luschtinetz. Die Hebammen können sich auf der Website der Hebammenzentrale einloggen, um unter anderem auf ein "Hebammen-Wiki" mit Fachfragen zuzugreifen. "Unser großes Ziel war auch, dass die Hebammen wirtschaftlicher arbeiten können", sagt Angelika Wechsler. Und das können sie nun. Die Auslastung der Kurse, die ebenfalls vermittelt werden, liegt sogar bei 100 Prozent.

Insgesamt werden fast 88 Prozent der Frauen durch die Vermittlung betreut. Den Anteil an Frauen, die nicht betreut werden, möchten Luschtinetz und Wechsler nicht einfach so hinnehmen. "Wir lassen keine Frau im Regen stehen", verspricht Wechsler. Vor allem Höchstadt, Herzogenaurach, Röttenbach und Eschenau seien im Landkreis unterversorgt. "Wir könnten noch zwei, drei Kolleginnen gebrauchen", wünscht sich Ricarda Luschtinetz, die wie ihre Kollegin Angelika Wechsler selbst Hebamme ist. Trotzdem sehen die beiden das Projekt als vollen Erfolg an. Für Entlastung sorgt es auf beiden Seiten allemal.