Es sind nicht immer die "nackten" Zahlen, die bei einer Bilanzpressekonferenz interessant sind, manchmal sind es die kleinen Nebenbemerkungen, die aufhorchen lassen.

So geschehen in Münchaurach, als der Vorstandsvorsitzende der VR-Bank Uffenheim-Neustadt, Franz Inkmann, zusammen mit seinen beiden Vorstandskollegen Karl-Heinz Endlein und Klaus Gimperlein und der Münchauracher Regionaldirektorin Gerlinde Eichhorn die Daten und Fakten zur Bank präsentierte.


Betriebskosten reduziert



Die Entwicklung der Bilanzsumme ist eine zu nennende Zahl: 754 Millionen Euro und damit 20 Millionen mehr als im Vorjahr gehört in das Zahlenwerk hinein. Schwieriger wird es bei den Erklärungen zur Mitarbeiterproduktivität. Lag die Bilanzsumme pro Mitarbeiter im Jahr 1990 bei fast zwei Millionen Euro pro Mitarbeiter, ist diese Summe heuer auf 5,1 Millionen Euro angestiegen. Das allerdings bei einer sinkenden Zahl der Mitarbeiter. Stolz vermerkt der Vorstandschef: "Bei einer Produktivität wie 1990 würden wir im Jahre 2012 insgesamt 394 statt 147 Mitarbeiter benötigen." Oder, anders ausgedrückt: Bei sinkender Mitarbeiterzahl dürfen diese immer mehr erledigen.

Dass die Betriebskosten in der Folge deutlich reduziert wurden, erklärt sich damit auch zum Teil - selbstverständlich werde auch an den Sachkosten gespart.

Daran änderte letztlich auch die Fusion mit der Raiffeisenbank in Münchaurach im Jahr 2006 nichts. Wobei die dortige Regionalleiterin Eichhorn sich nicht beschweren mag. "Ich und die Mitglieder haben diese Fusion bis heute nicht bereut." Wenn es auch zu den Bilanzen für diese Außenstelle, die immer noch unter dem althergebrachten Namen firmiert, keine extra Aufschlüsselung gibt, es läuft gut. Schließlich seien gut 50 Prozent aller dortigen Kunden der Genossenschaftsbank als Mitglieder beigetreten - immerhin 1710 Genossen.

Apropos Genossen - man spreche zwar noch von den Genossen, sagt Inkmann, doch "offiziell sind es Mitglieder der Genossenschaftsbank". Und ergänzt: "Bei dem Begriff Genosse zuckt der eine oder andere heutzutage zusammen." Miteigentümer klinge irgendwie besser.

Ebenfalls einen Hinweis am Rande gab es von Endlein auf die stärker werdende Reglementierung. "Die Deutsche Bank hat verfügt, dass aus den Geldautomaten nur noch frisch gezähltes Geld kommen darf." Es gehe also nicht mehr, dass die Automaten mit dem in der Bank eingenommenen Geld bestückt werden dürfen, es muss der Geldtransporter mit "frischen Scheinen" kommen, um die Automaten aufzufüllen. Lediglich die Automaten, an denen der Kunde auch einzahlen kann, sind in der Lage, das "alte Geld" wieder in Umlauf zu bringen. "Diese Automaten kosten allerdings das Doppelte", erklärt Endlein. "Und da müssen wir schon wieder rechnen."


Dank an Eichhorn



Eine Personalie beschäftigt die Bank in diesem Jahr noch, die Münchauracher Filiale aber nur am Rande: Franz Inkmann hört Mitte des Jahres auf und beginnt seine passive Phase der Altersteilzeit. Als letzten Höhepunkt bezeichnet er einen im Mai stattfindenden Flohmarkt, der in Neustadt stattfinden wird und ausschließlich dem guten Zweck diene. "57.000 Euro haben wir im vergangenen Jahr spenden können", also die Flohmarktanbieter, die ihre Waren dafür zur Verfügung gestellt haben. "Es ist nicht einfach, eine so große Halle dafür zu bekommen", erläutert er, "da muss man auch genau rechnen."

Die genaue Rechnerei bringt natürlich Vorteile: Sonst wäre die Erhöhung der Einlagen auf 572 Millionen Euro, die Steigerung der Kredite auf 392 Millionen Euro oder auch das betreute Kundenvolumen von 1,4 Milliarden Euro kaum zu erklären.

Die vielleicht schönste Bemerkung der Berichterstattung: "Erst mit der Fusion haben wir erstmals unser Betriebsergebnis auf über zehn Millionen Euro steigern können", sagte Inkmann. Ein verstecktes Lob, das in dem Wulst der Zahlen, wie so manche andere Randbemerkung auch, hätte untergehen können.