Auch in Herzogenaurach hinterlassen der Corona-Shutdown und die ausbleibenden kulturellen Veranstaltungen ihre Spuren. Chöre dürfen nicht singen, Blaskapellen nicht spielen und Theater ihre Stücke nicht aufführen. Bergkirchweih, Sommerkirchweih, Mittelalterfest und das Kulturfestival "Hin & Herzo" fallen aus. Meist ersatzlos.

Dass hier nicht nur ein enormes Stück Kultur und Lebensqualität auf einmal einfach wegbricht, sondern auch Künstler, Techniker und Herzogenauracher Vereine auf einmal ohne die gewohnten Einnahmen aus ihren Veranstaltungen und Aufführungen dastehen, bemerkt fast keiner. Der professionellen Veranstaltungsbranche hat man quasi von heute auf morgen den Stecker gezogen, Einnahmen fallen ersatzlos weg und Existenzen sind bedroht.

Die vergleichsweise wenigen Kleinveranstaltungen und Streaming-Events sind heiß begehrt, wenn denn das nötige Equipment vorhanden ist, und eine herzlich willkommene Abwechslung nach wochenlangem Rumsitzen und Nichtstun. Aber Veranstaltungen in der aktuellen Zeit sind rar und die meisten werden davon nicht einmal ansatzweise satt oder können ihre laufenden Kosten decken.

Dramatische Situation

Noch viel dramatischer steht es in der Pressemitteilung der Initiatoren der "Night of Light". "Innerhalb kürzester Zeit haben die behördlichen Auflagen im Zuge der Corona-Krise die gesamte Veranstaltungswirtschaft an den Abgrund gedrängt. Einem riesigen Wirtschaftszweig droht eine Pleitewelle enormen Ausmaßes." Die Aktion "Night of Light" vereint Marktteilnehmer aus allen Bereichen der Veranstaltungswirtschaft.

Auch in Herzogenaurach gibt es hiervon Betroffene. Nicht nur die großen Open Airs in der Umgebung von Herzogenaurach wie Open Beatz, Rock im Park und die Bergkirchweih, auf welchen unzählige Techniker, Sicherheitskräfte und Künstler ihr tägliches Brot verdienen, wurden abgesagt.

Auch die von der Bevölkerung selbst gemachte Kultur bleibt auf der Strecke. Lange Zeit war es Chören, Kapellen, Bands, Theatern und vielen weiteren Gruppierungen von Künstlern verboten, zu singen und zu proben, aber auch aufzutreten und Gelder in die Vereins- und Bandkassen zu spielen.

In dieser Zeit des Stillstands beteiligte sich auch eine Handvoll Techniker aus Herzogenaurach zusammen mit dem Wachenrother Unternehmen JK-Veranstaltungstechnik an der Aktion. Gemeinsam mit der Kantorei St. Magdalena beleuchteten die Firma JK-Veranstaltungstechnik und ihre Herzogenauracher Partner die Stadtpfarrkirche, das Stadtmuseum und den Fehnturm. Auch Stadtpfarrer Helmut Hetzel steht voll und ganz hinter der Aktion und betonte mehrmals seine Unterstützung.

Weitere Aktion im Stadtnorden

Unzählige Meter Kabel wurden am Montagabend auf die Schnelle verlegt, LED-Scheinwerfer aufgebaut und ausgerichtet damit die markanten Gebäude in rotes Licht gehüllt wurden und auch in Herzogenaurach auf das allgegenwärtige Problem aufmerksam gemacht wurde. Rund 8000 Gebäude, kulturelle Spielstädten und andere Objekte wurden deutschlandweit in der Nacht von Montag auf Dienstag rot beleuchtet. Fast genauso viele Firmen beteiligten sich an der Aktion.

Im Norden der Stadt beleuchtet das Unternehmen Fortune Events und seine Partnerfirmen das Vereinsheim der Musikinitiative Herzogenaurach, die auch unter der Corona-Pandemie leidet. Trotz der wenigen Werbung fanden viele den Weg auf den Kirchplatz und in die Hauptstraße und bestaunten die illuminierten Gebäude.