Der Geruch von frischer Farbe hängt noch in der Luft; nicht das einzige, was darauf hinweist, dass die evangelische St.-Erhard-Kirche in Steppach gerade erst frisch renoviert wurde. Statt diverser Brauntöne, welche das Interieur bisher bestimmt hatten, wird das Innere nun von einem hellen, freundlichen Grau dominiert, im perfekten Zusammen-spiel mit dunkelgrauen Akzenten.

Gleich zu Beginn ihrer Predigt zur Wiedereinweihung am 2. Adventssonntag zitierte Pfarrerin Angelika Steinbauer aus Lukas 21: "Steht auf und erhebt Eure Häupter, weil sich Eure Erlösung naht", ein Zitat, welches sich wie ein roter Faden durch den gesamten Gottesdienst zog. Zudem bezeichnete sie die "neue" Kirche als ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Ein recht teures allerdings, belaufen sich die Kosten für die Renovierung doch auf 240 000 Euro, zu 85 Prozent getragen von der Kirchengemeinde, dem Dekanat Bamberg sowie der Landeskirche, 10 Prozent entfallen auf die politische Gemeinde, den Rest tragen die Oberfrankenstiftung, sowie die Landesstiftung.

Heimat im Wandel der Zeit

Pfarrer Andreas Steinbauer führte in seiner Predigt aus, dass sich im Leben nichts festhalten lassen würde, aber Gott uns Heimat schenke im Wandel der Zeit.

Extra aus Bamberg angereist, zollte Dekan Hans-Martin Lechner in erster Linie den Handwerkern und Geldgebern Respekt. Sein besonderes Augenmerk richtete er dann auf das von Professor Rudolf Schäfer 1942 für 8000 Reichsmark geschaffene Gemälde, welches den barocken Hochaltar flankiert. Beginnend links in der "Verdammnis", welche Adam und Eva mit Kain und Abel zeigt, führt er die Gemeinde begeis-ternd zum Cherub, der ihnen mit flammendem Schwert den Einzug ins Paradies verwehrt. Erlösung findet sich schließlich in Erzengel Gabriel, welcher auf der rechten Seite Maria die Geburt von Gottes Sohn verkündet. Auch bezeichnet er die renovier-te Kirche als "Festsaal des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung" und als "Keimzelle der Menschenfreundlichkeit".

Zur Ruhe kommen

Grußworte entbot der Landtagsabgeordnete Holger Dremel (CSU). Er verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Besucher in der Kirche zur Ruhe kommen und zu sich selbst.

Landrat Johannes Kalb zeigte sich tief beeindruckt von der bewegenden Rede des Bamberger Dekans, welcher er mit geschlossenen Augen gelauscht hätte. Dekan Lechner wäre "wie ein Orkan" über die Besucher gefegt mit seiner Beschreibung des Gemäldes, welches eine komplette Grundreinigung durch die Kirchenmaler der Firma Ehmann aus Fürth erhalten hatte. Er fand die Gelder der Oberfrankenstiftung gut angelegt.

Bürgermeister Hans Beck (Wählerblock Sambach) ging auch auf die Vergangenheit der Kirche ein, welche Mitte des 15. Jahrhunderts das erste Mal Erwähnung fand und erklärte, dass die lange Geschichte dieser Kirche ein deutliches und unübersehbares Zeichen setzen würde, denn Zukunft würde Herkunft brauchen.

Architekt Reiner Schröbel aus Bamberg schließlich führte im Detail aus, was genau eine Runderneuerung erhielt. Dies war neben den Emporen, den Bänken und dem Orgelprospekt die Reinigung des Deckenfreskos. Die Kirche sei ein "richtiges kleines Schmuckstück" geworden. Eine Aussage, welche Angelika Steinbauer zum Anlass nahm, Schröbel als kleines Dankeschön für seine Arbeit einen silbernen Schlüsselanhänger aus Steppach zu überreichen. Doch auch das Pfarrerehepaar sollte nicht leer ausgehen. Ein Geschenk der besonderen Art hatte die Vertreterin der katholischen Gemeinde, Johanne Belzer im Gepäck. Sie überreichte einen Fußabtreter mit der Aufschrift "Fei Obacht, wurde erst restauriert". Treffender hätte man es nicht ausdrücken können.