Die Feuerwehr lässt ihn einfach nicht mehr los, den ehemaligen Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Herzogenaurach und Ehren-Kreisbrandrat Karl-Heinz Schalk. Nach seinem Buch "Heiliger Florian beschütze uns ..." bringt Schalk nun eine weitere Schrift auf den Markt. "Gott zur Ehr - dem Nächsten zu Wehr" lautet der Titel der roten Broschüre.

"Einmal Feuerwehrler, immer Feuerwehrler", meinte Schalk, als er die Schrift vorstellte. Die Idee kam ihm und dem Ehrenkreisbrandmeister Heinrich Rupp aus Untermeitingen bei einem Feuerwehrfest in Bubenreuth. Auf nahezu allen Feuerwehrfahnen ist der Feuerwehrspruch zu finden und die Politiker schließen ihre Rede bei den Feuerwehren immer mit dem Satz: "Gott zur Ehr - dem Nächsten zu Wehr."

Nur - woher dieser Spruch überhaupt kommt, kann eigentlich niemand beantworten. Diese Frage stellten nämlich auch die beiden Geistlichen beim Feuerwehrfest in Bubenreuth.
Dies griffen Schalk und sein Kollege auf und wollten dieser Frage auf den Grund gehen. Die Recherche dauerte nahezu eineinhalb Jahre. "Tradition und Fortschritt, bewahren und verändern, das sind die Markenzeichen der Feuerwehr", erklärt Schalk.

So ziert der zeitlose und ständig aktuelle Leitspruch der Feuerwehren seit der Entstehung der Freiwilligen Feuerwehren als Text die Feuerwehrfahnen, Jubiläumskrüge, Urkunden, Erinnerungsgeschenke, Fassaden und Repräsentationsräume der Feuerwehren. Auch in Gottesdiensten der Feuerwehren ist er Bestandteil der Predigten und wird pastoral und ethisch analysiert.

Eine religiöse Quelle

Schalk will nun festhalten, durch welche Persönlichkeiten und in welchen Jahr dieser Leitspruch erstmals kreiert und eingeführt wurde. Der Leitspruch "Gott zur Ehr - dem Nächsten zur Wehr" wurde vermutlich im Jahr 1848 erstmals verwendet. Die ethischen Grundlagen der Feuerwehr kommen aus zwei Quellen: einer religiösen Quelle (Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr) und einer demokratisch-liberalen Quelle (Einer für alle - alle für einen).
Der religiöse Grundsatz bezieht sich auf die Nächstenliebe, gleichbedeutend mit Nächstenliebe und "Helfen in Not ist unser Gebot". Und der demokratisch-liberale Grundsatz "Einer für alle - alle für einen", stammt aus der Zeit der Turnerbewegung, die historisch oft Ursprung der Feuerwehren war, eine gesetzliche allgemeine Bürgerpflicht.

Weitere Wurzeln fanden Schalk und Rupp im 19. Jahrhundert und bei den Ideen der Freimaurer. Carl Metz wird auch in der Fachliteratur häufig als "Begründer der Freiwilligen Feuerwehren" bezeichnet. Für Metz waren drei Faktoren entscheidend: freier Wille und Interesse für die Aufgabe, fest eingeordnet in die disziplinierte Ordnung der Feuerwehr, zeitgerechte technische Ausrüstung mit Maschinen und Geräten sowie eine gründliche Ausbildung und sinnvolles Zusammenwirken von Mensch und Maschine im taktisch überlegten Kampf mit dem Gegner Feuer.

Die drei Pioniere

Eigentlich waren es drei Pioniere der frühen süddeutschen freiwilligen Feuerwehren. Neben Carl Metz müssen Conrad Magirus und Christian Hengst gleichrangig genannt werden. Während Metz eine Feuerwehrgerätefabrik von nationaler und internationaler Bedeutung aufbaute, war Magirus neben seiner Fertigung von Drehleitern und Hubrettungsfahrzeugen der Organisator des Verbandswesens der deutschen Feuerwehren.

Der Dritte im Bunde, Christian Hengst, war 1846 Gründer und Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Durlach. Sie gilt mit ihrer Organisation, Ausbildung und den vorhandenen Löschgeräten als Keimzelle der Freiwilligen Feuerwehren Deutschlands. Ihm wurde auch Denkmal gewidmet, dessen Inschrift ihn als Begründer der ersten Freiwilligen Feuerwehr bezeichnet.

Dass den Herzogenauracher Karl-Heinz Schalk die Feuerwehr nicht loslässt, kann einem weiteren Vorhaben entnommen werden. "Ich bin gerade dabei, im Landkreis Erlangen-Höchstadt die alten Handdruckspritzen zu erfassen", erzählte Schalk. Er hat schon 35 Stück ausfindig gemacht. "Bevor die zerfallen oder irgendwann wegen Platzmangel auf einer Deponie landen, wollen wir wenigstens fotografische Dokumente haben", erklärte Schalk, dem sogar ein Landkreismuseum mit alten Feuerwehrfahrzeugen vorschwebt. Die Broschüre "Gott zur Ehr - dem Nächsten zur Wehr" kann bei Schalk zum Eigenkostenpreis von fünf Euro erworben werden. Er ist unter Telefon 09132/78050 zu erreichen.