In einer Dank-Veranstaltung des Landrates Eberhard Irlinger (SPD) mit den ehrenamtlichen Helfern, die sich in der Gerätehalle der Höchstadter Feuerwehr versammelt hatten, wurden Urkunden überreicht.

Sirenen riefen zum Einsatz

Die Eröffnungsfanfare des Spielmannszuges der Höchstadter Feuerwehr war kaum verklungen und Landrat Irlinger auf dem Weg zum Mikrofon, als die Sirenen "Alarm" heulten und die Höchstadter Feuerwehrleute und Rettungskräfte in Sekundenschnelle in ihre Ausrüstung schlüpften. Drei Minuten später sausten sie mit Blaulicht und Martinshorn vom Hof.

Jeder Einzelne von den 300 Ehrenamtlichen, die heute mit der Urkunde geehrt werden, hätte verdient, hier nach vorn zu kommen, sagte Irlinger. Wegen der Länge der Zeit wurden die Urkunden den Vertretern der einzelnen Feuerwehren und Rettungsdienste übergeben.

Irlinger führte weiter aus, dass man inzwischen nicht mehr nur vom "Jahrhundert-Hochwasser" spreche, sondern schon vom "Jahrtausend-Hochwasser", und die Klima-Experten würden heute schon vor weiteren Katastrophen in der Zukunft warnen. Tsunamis, Flutkatastrophen und Buschbrände belegten diese Aussagen international. Und diesmal seien weite Teile Bayerns im Hochwasser versunken. Dabei hätten viele landwirtschaftliche Betriebe, darunter allein 40 private, Schadenersatz beantragt. Die Summe belaufe sich auf 450 000 Euro, ohne dass dabei die immensen Schäden der "Laufer Mühle" schon berücksichtigt worden seien. Dort würden gesonderte Maßnahmen notwendig werden, vor allem auch wirtschaftliche. Dazu müssten künftig wasserbaumäßige Konsequenzen gezogen werden.

Während des Hochwassers habe die Feuerwehr 110 Einsätze gefahren. Über 20 000 Sandsäcke seien zum Einsatz gekommen. In Bayern wurde in 21 von 96 Landkreisen und Städten Katastrophenalarm ausgelöst. Viele Helfer seien in den Katastrophengebieten Deggendorf, Passau und Oberbayern überregional im Einsatz gewesen.

Kreisbrandrat Harald Schattan sagte: "Wir haben bewiesen, dass wir in jeder Situation einsatzbereit sind und retten können und dass alle an den Einsätzen Beteiligten gut zusammenarbeiten. Damit sind wir eine geschlossene Macht." Der Kreisbrandrat schlug vor, ein Ausbildungszentrum zu schaffen, wo vor allem die Jugend in qualifizierter Ausbildung auf die künftig höheren Anforderungen vorbereitet werden
Höchstadts Zweiter Bürgermeister Günter Schulz (SPD) erwähnte würdigend, dass nur durch Sandsäcke die Überflutung der Fortuna Kulturfabrik verhindert worden sei. Schulz meinte scherzhaft, man müsse die "Feuerwehr" bald in "Wasserwehr" umbenennen.