Die Feuerwehrmänner, die in der Herzogenauracher Feuerwache gerade Kaffee tranken, als am Mittwoch der Alarm losging, konnten ganz entspannt sitzen bleiben. Bei der Runde handelte es sich nicht um Aktive, sondern um ehemalige Feuerwehr-Führungskräfte aus ganz Mittelfranken. Im Bezirksfeuerwehrverband ist es Tradition, dass sich die aus dem aktiven Dienst ausgeschiedenen Führungskräfte einmal im Jahr treffen.

Das Treffen in Herzogenaurach wurde vom Erlangen-Höchstadter Ehrenkreisbrandrat Karl-Heinz Schalk organisiert, der sich besonders darüber freute, dass der frühere Referent für Brand- und Katastrophenschutz, Oberamtsrat Günter Nachtsheim, nach Herzogenaurach kam. Schließlich hatte er während seiner Dienstzeit bei der Regierung von Mittelfranken die Geschicke der mittelfränkischen Feuerwehren begleitet und unzählige Termine bei Feuerwehren und Bürgermeistern wahrgenommen.
Aber auch Dieter Marx, Kreisbrandrat des Landkreises Fürth und Vorsitzender des Bezirksfeuerwehrverbandes, sowie sein Stellvertreter, Stadtbrandrat Holger Heller, ließen es sich nicht nehmen, die ehemaligen Feuerwehrkameraden zu begrüßen.

Neben dem Wiedersehen stand natürlich auch die energetisch sanierte Feuerwache im Mittelpunkt des Interesses. Dabei gab es viel Lob für die Stadt und die Herzogenauracher Feuerwehr. Kreisbrandrat Matthias Rocca und Kommandant Rainer Weber führten die interessierten und immer noch fachkundigen Besucher durch die Räume. Dabei berichtete Weber über den Umbau von der Planung bis zur Einweihung und von verschiedenen Einsätzen.

Auch das Beschaffungskonzept für Feuerwehrfahrzeuge, das Matthias Rocca in seiner Zeit als Kommandant entwickelt hatte, fand Gefallen und könnte nach Meinung der früheren Führungskräfte auch bei anderen großen Wehren im Bezirk angewandt werden.

Sorge um Asylbewerber

Dabei wurde deutlich, dass der Spruch "einmal Feuerwehrmann, immer Feuerwehrmann" stimmt, denn die "Ehemaligen" wussten auch über die neuen Fahrzeuge ziemlich gut Bescheid und nahmen besonders die modernen Fahrzeug-Einbauten in Augenschein.

Dieter Marx informierte über aktuelle Ereignisse, so auch über den Stand zum Digitalfunk, über Lehrgänge und den Ausbau der Feuerwehrschulen. Sorgen bereitet dem Fürther Kreisbrandrat die derzeitige Unterbringung der Flüchtlinge. Obwohl die Feuerwehren nicht direkt davon betroffen sind, fällt das überfüllte Aufnahmelager Zirndorf in seinen Zuständigkeitsbereich. Der Brandschutz dort sei mangelhaft, und soweit als möglich habe er die Alarmpläne bereits ändern lassen.

Die Teilnehmer zeigten sich erfreut über das Wiedersehen mit vielen "Weggefährten" aus vergangenen Tagen. Am Nachmittag wurden viele Erinnerungen und Anekdoten über das Löschwesen aus den früheren Jahrzehnten ausgetauscht.