Das Haus wird auf dem Grundstück der ehemaligen Druckerei Mandelkow errichtet. Die einstige Betriebsstätte wird abgerissen. Dass bisheriges Gewerbe jetzt in Wohnen umgewandelt wird, hatte im Gremium eine Debatte zur Folge. Wo ist das erlaubt und wo geht das nicht?, wollten die Räte wissen. Zumal ein ähnliches Projekt in der Ringstraße im Stadtnorden keine Genehmigung finden würde. Auch hierfür lag eine Anfrage auf Vorbescheid vor.

Dort aber handelt es sich um ein reines Gewerbegebiet. Das gewünschte Projekt, ein Acht-Familienwohnhaus, sollte auf einem freien Grundstück gegenüber der früheren Spedition Peetz und dem Autohaus Wormser stehen, Antragsteller war Jürgen Hagen. "Planungsrechtlich ist das absolut nicht zulässig", erläuterte Susanne Strater vom Bauamt. Es handelt sich dort um ein reines Gewerbegebiet.
In Ausnahmefällen dürfen Wohnhäuser nur für Personal eines Betriebs errichtet werden, ergänzte sie. Das Objekt wäre eingebettet in zahlreiche Gewerbebetriebe rundherum. Weil es dort keinen Bebauungsplan gibt, ist der Flächennutzungsplan Grundlage für eine Entscheidung. Und der sieht eben "glasklares Gewerbe" vor, wie es Bürgermeister German Hacker (SPD) formulierte.

Für Kurt Zollhöfer (CSU) war diese Aussage nicht zwangsläufig einleuchtend. "Das sieht dort nicht aus wie ein lupenreines Gewerbegebiet", erklärte er und bezog sich auf die Optik der Bauten. "Optisch ist es ein Mischgebiet, aber defacto ein Gewerbegebiet", beschrieb er seinen Eindruck. Und sprach auf ein anderes Bauvorhaben ein paar hundert Meter weiter in der Bamberger Straße an. Auch dort entstehen mehrere Wohnungen auf einem Gelände, das früher mal einem Busunternehmen diente, also gewerblich genutzt war.

Dort ist das möglich, erläuterte Susanne Strater. Denn dort habe man ein Mischgebiet. Und in einem solchen sei Wohnen zunächst denkbar, wenn man auch abwägen müsse und eine Genehmigung nicht automatisch erfolgen könne. Ein Mischgebiet könnte ja auch kippen, sagte Strater. Und das wiederum wäre nicht erlaubt. In der Bamberger Straße kam der Ausschuss damals überein, dass das geplante Wohnprojekt aber verträglich sei.

Heizölbetrieb hat Bestandsschutz

Ein Mischgebiet findet man auch in der Innenstadt, also in der Kellergasse. Walter Nussel (CSU) zeigte sich angesichts des Wohnhauses skeptisch, da der Nachbar ja ein Heizölbetrieb sei, der dort ein Tanklager stehen habe. Dieser Betrieb genießt für Nussel Bestandsschutz und dürfe keinesfalls Schaden nehmen. Nicht dass die neuen Nachbarn sich beschweren, wenn morgens um 6 Uhr die Lastwagen kommen.

Für Susanne Strater vom Bauamt ist eine gesunde Durchmischung wichtig. Ein Wohnhaus bringe das nicht zum Umkippen, sagte sie. Auch wenn Kurt Zollhöfer darauf hingewiesen hatte, dass in der Kellergasse nach dem Auszug des Stadtbauhofs nicht mehr viel Gewerbe übrig sei.

Ein Baukörper mit Satteldach würde mit Zustimmung rechnen können, meinte der Ausschuss einstimmig. Allerdings werde es mit der Anzahl der Stellflächen eng. Zwölf müsse der Antragsteller, die Firma Wisa aus Dinkelsbühl, nachweisen, bei neun sei das möglich. "Da muss er noch modifizieren", meinte Strater. Möglich wäre es, wie Bürgermeister Hacker ergänzte, die vielen kleinen Wohneineinheiten zu größeren zusammen zu fassen.
Die ebenfalls vorgesehene gastronomische Nutzung gefiel dem Stadtoberhaupt: "Das ist Innenstadtbelebung". Die Bedenken von Peter Prokop (SPD), der auf kürzliche Lärm-Beschwerden der Anwohner dort abzielte, wollte Hacker nicht teilen. Der Lärm sei nicht aus der kritisierten Gaststätte selber gekommen, sagte er und nahm den damaligen Wirt in Schutz.