Der gebürtige Herzogenauracher Fritz Spieß hat es in den letzten Jahren ein wenig ruhiger angehen lassen und nimmt trotzdem noch immer regen Anteil am Tagesgeschehen seiner Heimatstadt. Seine Aktivitäten galten jahrzehntelang der Familien- und Heimatgeschichte, daneben hatte er stets ein großes Herz für Tiere.

All diese Dinge wurden ihm von seinem Vater Alban Spieß mit in die Wiege gelegt. Der war der "Ur-Vater" aller "Spießn" an der Aurach: ein Mann, der wie sein Sohn Fritz zeitlebens am Geschehen in der Stadt regen Anteil nahm, auch wenn er kein gebürtiger Herzogenauracher war.

Es ist spannend, was der Jubilar Fritz Spieß aus der Familiengeschichte zu erzählen weiß. Alban machte sich 1865 von seinem Geburtsort Amlingstadt (heute ein Ortsteil von Strullendorf in der Gemeinde Hirschaid) als Schusterlehrling auf die Walz. Doch bereits in Herzogenaurach endete seine Mission. In der "Schlappenschusterstadt" fand er eine blühende Industrie vor.

Mit 13 Geschwistern

Der Rest ist schnell erzählt: Alban fand Arbeit in den "Schuhbuden" (kleinen Werkstätten) und heiratete Anna Körner. 14 Kinder mussten in den Folgejahren versorgt werden. Alle "Spießn" wohnten im Häuschen Nr. 334 - heute Hirtenbuck 1 - und hier kam auch Fritz Spieß 1930 zur Welt. Fritz begann 1945 eine Lehre in der Schuhfabrik Blendinger & Bauer, 1959 wechselte er zu Rudolf Dassler (Puma) in die Würzburger Straße, arbeite dort als Zuschneider bis 1991 und vertrat seine Kollegen 20 Jahre lang im Betriebsrat. Viel Gutes kann er heute noch von seinem obersten Chef und seinen Kollegen erzählen.

Fürsprecher der Tiere

1982 sprang der Jubilar in die Bresche, als der hiesige Tierschutzverein vor der Auflösung stand. Rast- und ruhelos kümmerte man sich in der Folge um Fundkatzen und streunende Hunde, um die Überwinterung von Igeln. Fritz Spieß baute in der Ferienbetreuung mit Schulkindern Nistkästen, pflegte kranke oder flugunfähige Vögel oder kümmerte sich um Rehkitze, die im Wald oder auf den Wiesen verletzt aufgefunden wurden.

Doch nicht genug des Engagements: Fritz sagte auch nicht Nein, als es in den 80er Jahren darum ging, dem Heimatverein wieder auf die Beine zu helfen. Und schließlich organisierte der nimmermüde Heimatfreund noch die "Großen Familientreffen" der "Sippe Spieß". Doch das war längst nicht alles!

Lebenswerk auf Papier

Für den Heimatverein und die Pfarrei St. Magdalena schrieb er ein Messbüchlein nach den Unterlagen von Pfarrer Störcher sowie eine Vita der Ehrenbürgerin Maria Lerch. In seiner knappen Freizeit wanderte er an der Aurach entlang vom Ursprung bei Markt Erlbach bis zur Mündung in die Regnitz bei Erlangen und verfasste hierzu ein lesenswertes Heft "Die Aurach - von der Quelle zur Mündung"; er besuchte dafür die über 20 Mühlen und hielt deren Geschichte fest.

Und er setzte seinem Schaffen die Krone auf mit seinem 300-seitigen Lebenswerk "Geschichte und Geschichten aus Herzogenaurach".