Die Situation ist wohl auch Nicht-Köchen gut bekannt: Einige Zutaten sind vorgegeben, durch einen gähnend leeren Kühlschrank Zuhause beispielsweise. Und daraus muss nun, wohl oder übel, ein Gericht gezaubert werden.

Ähnlich läuft es bei den angehenden Köchen der Berufsschule Höchstadt, die Teil des Beruflichen Staatlichen Schulzentrums Herzogenaurach-Höchstadt ist: Ihre Aufgabe bei der praktischen Abschlussprüfung besteht darin, ein Drei-Gänge-Menü aus einem vorgegebenen Warenkorb zu planen und zuzubereiten. Diesen Warenkorb mit Zutaten haben sie schon vier Wochen zuvor erhalten, erklärt Christine Gräff von der IHK Mittelfranken: "Damit sie schon einmal üben können."

Für die drei Gänge waren jeweils einige Pflichtzutaten vorgegeben. Andere konnten aus einer Liste Wahlzutaten ausgesucht werden. So musste die Vorspeise die Komponenten Büffelmozarella, Basilikum, Hefe, Mehl und Rucola enthalten. Daraus kreierten die jungen Köche Gerichte wie "Mozzarellapralinen, Rucola-Tomatensalat und Basilikum-Grisini" oder "Mozarella-Avocado mit Mango und Pestobrot". Der Geschmack ist laut Christine Gräff nur eines von vielen Kriterien, die am Ende in die Bewertung einfließen. "Das Zauberwort ist: verkaufsfähig. Die Prüfer schauen, ob sich dieses Gericht in einem Betrieb verkaufen lassen würde. Da gehört der Geschmack dann ja auch dazu." Hinzu kommt außerdem auch die Hygiene am Arbeitsplatz und wie strukturiert die Nachwuchsköche insgesamt vorgehen. Und so ist die Anspannung in der Küche groß. Unter den Augen der ehrenamtlichen Prüfer will sich niemand einen Fehler erlauben.


Auch Hotelfachleute geprüft

Neben den insgesamt 20 Köchen und Köchinnen legen in diesen Tagen aber auch elf Hotel- sowie sechs Restaurantfachleute der Höchstadter Berufsschule ihre Prüfung ab. Beim Prüfungsessen am gestrigen Dienstag waren sechs Köche und fünf Hotelfachleute an der Reihe.

Diese servierten den Gästen vorab verschiedene Aperitifs und übernahmen beim Essen den Service an den Tischen. Die Gäste waren von der IHK als Dankeschön für ehren- und hauptamtliches Engagement eingeladen worden. "Teil der praktischen Prüfung der Hotelfachleute war außerdem eine Zimmerkontrolle und ein gastorientiertes Gespräch", sagt Christine Gräff. "Zum Beispiel: Wir planen einen 60. Geburtstag und zu uns gehören fünf Veganer und drei Rollstuhlfahrer - was können Sie empfehlen?"

Als der letzte Gang serviert ist, schwindet bei den Prüflingen sichtbar die Anspannung. Dabei erfahren sie heute noch, ob sie bestanden haben. Doch größere Probleme scheint es weder in der Küche, noch an den Tischen gegeben zu haben. Die 19-jährige Mara Walter schaut deshalb schon in die Zukunft: Sie möchte später noch ein Studium anzuschließen. Ob sie dem Hotelfach treu bleibt? "Vielleicht gehe ich danach auch in eine große Eventagentur."