Andere wiederum meinen: "Es sieht halt nett aus." Was keiner bestreiten mag: Es sind nicht nur die Touristen, die diese Mode tragen. Maria aus dem Erlanger Ortsteil Kriegenbrunn meint: "Es soll halt zünftig sein. Und die Dirndls passen halt einfach dazu." Auch wenn sie zugibt, dass nicht jeder die Figur für das figurbetonte Stück Stoff hat. Sie grinst: "A weng Holz vor der Hütt'n sollte bei einem gescheiten Dekoltee schon sein!"

Franzi aus Rosenheim murrt über die Meckerer: "Das sind genau die Typen, die uns hinterherstarren, um dann über die verlotterte Jugend zu schimpfen."

Auffällig ist zumindest, dass es von Jahr zu Jahr mehr Träger der volkstümlichen Tracht am Berg werden. Und es sind nicht nur Frauen, die sich dementsprechend kleiden. Für die Buben ist die Lederhose oft ein Muss. "Nein, das hat mit Verkleiden nichts zu tun", meint Paul aus Oberreichenbach. "Es passt gerade bei einem solchen Fest wie dem Erlanger Berg." Und zeigt auf einen Mann, der Papageienähnlich über den Berg schreitet. "Ist das wohl besser?", fragt er und seine Clique gibt ihm recht. Neongelb und Neongrün sieht eher wie eine Leuchtreklame eines Berg-Fahrgeschäftes aus, als vernünftig eingekleidet.

Natürlich darf auch mal gemischt werden. So finden sich die sportlichen Fitnesstrainer des TV-Vitals wieder. Da haben die Mädels die Lederhosen an und die karierten Hemden. "Just for fun", der Stimmung tut's keinen Abbruch.

Ob immer alles so stilecht ist, sei dahingestellt, doch "ein hübsches Gesicht kann nichts entstellen", diese Weisheit gilt sicher auch fürs Dirndl.