"Die Sau muss sterben und du auch." Diese Kurzmitteilung hat eine Frau und mehrfache Mutter aus Burghaslach von ihrem Ex-Freund vor rund einem Jahr auf ihr Handy geschickt bekommen. Zu diesem Zeitpunkt war die Burghaslacherin schon längst von dem Angeschuldigten, der zuletzt in Bad Windsheim wohnte, getrennt und hatte einen neuen Freund.

Ab Juni 2014 führten die beiden eine sogenannte "On-Off-Beziehung", in deren Verlauf der Angeschuldigte immer wieder einmal mit der 43-Jährigen in deren Wohnung in Burghaslach wohnte. Es soll sich um eine Partnerschaft gehandelt haben, bei der der Mann aus Eifersucht übergriffig geworden sein soll. Am Montag war Prozessauftakt vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth.

Unterbrochen wurde die Beziehung durch zwei Klinikaufenthalte der Burghaslacherin. In der Wohnung der Frau sollen sich laut der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft mehrere gewalttätige und sexuelle Übergriffe ereignet haben.

Dem 42-jährigen Angeklagten wird vorsätzliche Körperverletzung, gefährliche Körperverletzung in zwei Fällen und Vergewaltigung in zwei Fällen sowie Bedrohung in zwei Fällen vorgeworfen.

So soll der gelernte Metzger, der zuletzt als Gießer tätig war und von einer anderen Frau geschieden ist Anfang, Juli 2015 das Opfer mit beiden Händen gewürgt haben. Dabei wurde der Frau kurzzeitig schwarz vor Augen. Als der 42-Jährige bemerkte, dass seine damalige Freundin immer weiter von der Wohnzimmercouch rutschte, habe er von ihr abgelassen, so die Anklage.

Die Geschädigte habe mehrere Tage starke Schluckbeschwerden und Schmerzen beim Sprechen gehabt. "Die Handlungen des Angeschuldigten waren auch generell geeignet, die Geschädigte in die Gefahr des Todes zu bringen, was dem Angeschuldigten auch bewusst, aber schlichtweg gleichgültig war", sagt Staatsanwältin Beate Farsch. Insgesamt drei solcher Übergriffe sollen sich in der Wohnung der Burghaslacherin ereignet haben.
Außerdem wird der 42-Jährige beschuldigt, sie zwei Mal sexuell misshandelt zu haben. Anfang 2015 soll der 42-Jährige seine Freundin in ihr Schlafzimmer gedrängt haben, wo er gegen ihren Willen den Geschlechtsverkehr mit ihr durchführte.

"Der Angeschuldigte wusste dabei, dass sie damit nicht einverstanden war und dies ihm auch nur aufgrund seiner körperlichen Überlegenheit und Gewalttätigkeit gelang", betont Staatsanwältin Frasch.


Mit Werkzeug bedroht

Er soll sein Opfer außerdem in zwei Fällen bedroht haben. Im Zeitraum zwischen Juli 2015 und August 2015 sei der Angeklagte mit seiner damaligen Freundin zu einem Flurweg zwischen Burghaslach und Breitenlohe gefahren. Dann habe er aus dem Kofferraum ein langes Werkzeug, vermutlich einen Schraubenschlüssel, geholt. Laut Anklageschrift drohte er, dass er "mit dem Werkzeug ihr über den Kopf ziehen würde, sie dann in den Wald schmeißen und sie dann sowieso niemand finden würde".

Außerdem habe er ihr damit gedroht, ihr im Schlaf etwas anzutun. Sie müsse aufpassen, dass sie wieder aufwache, sonst hätten ihre Kinder keine Mutter mehr. Die Frau verspürte laut Anklage dabei Todesangst und habe dem Angeschuldigten versichert, wie sehr sie ihn liebe. Ein weiteres Mal habe er sie in der eingangs erwähnten SMS bedroht, in der er sie als "Drogenhure" bezeichnete.


Schon einmal ähnliche Übergriffe

Der Angeklagte ist wegen vergleichbarer sexueller Übergriffe schon zweimal zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. "Bei ihm ist aufgrund seiner Persönlichkeit und seiner Vorverurteilung davon auszugehen, dass er auch in Zukunft derartige Delikte begehen wird", so die Staatsanwaltschaft. Seit Juli 2016 sitzt der Angeklagte in Untersuchungshaft in Nürnberg. Er machte gestern von seinem Schweigerecht Gebrauch und ließ seinen Anwalt Jochen Horn für sich sprechen.


Ausschluss der Öffentlichkeit

Nachdem die Staatsanwältin die Anklageschrift verlesen hatte, bewilligte der Vorsitzende Richter Hans-Walter Mayer einen Antrag, die Öffentlichkeit auszuschließen. Denn es folgte die Vernehmung der Geschädigten, die als Zeugin und Nebenklägerin auftrat. Dabei sollte es auch um intime Details der Übergriffe gehen. Mehrmals musste unterbrochen werden.

Da noch zahlreiche Zeugen, unter anderem zwei Polizisten , auftreten sollen, wird es bis zum Urteil noch etwas dauern. Es sind fünf Verhandlungstage angesetzt. Am Montag, 20. März, geht die Verhandlung weiter.