Die Bewohner im Vestenbergsgreuther Ortsteil Kleinweisach sind stolz auf ihre Kirche. Vor allem seitdem sie im Jahr 2016 fertig renoviert wurde und im neuen Glanz erstrahlt. Vier Jahre haben die Arbeiten gedauert. Weil der Innenraum des Gotteshauses aufwendig saniert wurde, verleiht der Bezirk Mittelfranken der Kirchengemeinde am Freitag dafür eine Urkunde. "Die Kirche schaut super toll aus, deswegen wurde sie prämiert", sagt Georg Salzbrenner, der Pfarrer der Kirchengemeinde, mit Stolz in der Stimme. 308 000 Euro habe die Renovierung gekostet, einen Großteil habe die evangelische Landeskirche bezuschusst, wie Stefan Wirth, Verwaltungsstellenleiter des Dekanatsbezirks Uffenheim, mitteilt.

Seit vielen Jahren ehrt der Bezirk Mittelfranken Bürger sowie Institutionen, die sich durch besondere denkmalpflegerische Leistungen verdient gemacht haben. Dies hat der Bezirk Mittelfranken erneut in seiner 41. Denkmalprämierung gewürdigt, die in diesem Jahr insgesamt 53 historische Bauwerke berücksichtigt. Am Freitag findet dazu in Ansbach die zweite Prämierungsveranstaltung statt. 28 Sanierungen aus den Städten Erlangen und Nürnberg sowie den Landkreisen Ansbach, Erlangen-Höchstadt, Fürth und Neustadt an der Aisch/Bad Windsheim werden ausgezeichnet. Die erste Prämierung wurde vor zwei Wochen in Roth veranstaltet.


Zu viel Feuchtigkeit in der Kirche

Pfarrer Ulrich Bauer-Marks, der 15 Jahre in der Gemeinde tätig war und nun in Nürnberg-Mögeldorf eingesetzt ist, hat die Renovierungsarbeiten begleitet. Um das Jahr 1250 sei die Kirche entstanden. Das größte Problem sei die Feuchtigkeit in der Kirche gewesen, sogar Rotalgen hätten sich im Altarraum gebildet, so Bauer-Marks. Deswegen wurde eine automatische Lüftungsanlage eingebaut. Außerdem hat der Bodenbereich eine neue Tonschicht bekommen und das Fundament wurde erneuert. Neu sind auch die Kerzenhalter und das Lesepult im Altarraum. Um den Chorraum optisch hervorzuheben, hat er hellere Bänke bekommen. Als letztes wurde im Jahr 2016 die Orgel für knapp 20 000 Euro renoviert.

Besonders stolz ist Pfarrer Salzbrenner auf den spätgotischen Marienaltar, der um 1510 entstanden sei. In der Mitte des Altars sind drei Frauen zu sehen: Rechts steht die Heilige Barbara. Sie symbolisiert die geistliche Herrschaft. In der Mitte steht Maria mit dem Jesuskind im Arm. Links befindet sich die Heilige Katharina, die die weltliche Herrschaft repräsentiert. Drei Frauen in den Mittelpunkt zu stellen, sei für damalige Verhältnisse eher unüblich, so Salzbrenner. "Das muss man mal zur damaligen Zeit überlegen."