"Seit 27 Jahren gehöre ich dem Vorstand an und es ist an der Zeit, dass auch mal Jüngere die Verantwortung übernehmen", erklärte der langjährige Vorsitzende. Dieser Wunsch blieb dann bei den Neuwahlen, die von Bürgermeister Bernhard Seeberger (FW) geleitet wurden, allerdings unerfüllt. Da verhallten auch der mehrmalige Appell des Bürgermeisters und eine erneute Bitte von Hofmann ungehört.


Alle winken ab

Dabei hatte der Vorsitzende einen sehr positiven Bericht abgegeben. Hofmann sprach von einer tollen Kameradschaft und einer sehr gut ausgebildeten aktiven Mannschaft. "Ich bin schon etwas enttäuscht. Lasst euch nicht hängen, die Alten werden einen neuen Vorsitzenden selbstverständlich unterstützen und ihm zur Seite stehen", versuchte es Hofmann ein letztes Mal. Alle vorgeschlagenen möglichen Kandidaten winkten von vorneherein ab oder gaben zeitliche und berufliche Gründe dafür an, das Amt nicht übernehmen zu können. Wahlleiter Seeberger wollte die Versammlung bereits abbrechen, um in etwa vier Wochen einen neuen Versuch zu unternehmen. Schließlich schlug Bürgermeister Seeberger vor, den bisherigen Vorsitzenden nur für ein Jahr zu wählen, und nach kurzem Zögern stimmte Hofmann zu.

"Ich habe zuhause versprochen, wenn ich heute heim komme, bin ich kein Vorsitzender mehr, dieses Versprechen habe ich nun gebrochen", erklärte Hofmann und machte den Mitgliedern keine Hoffnung, dass er nach einem Jahr weitermache. Trotzdem hat Hofmann die Planungen für das kommende Vereinsjahr schon weitgehend abgeschlossen und terminiert. So können sich die Mitglieder wieder auf eine deftige Schachtschüssel freuen, "das ist ein so richtig schöner und gemütlicher Tag und wir haben viel Zeit zum Reden und nehmen dazwischen immer mal wieder einen Bissen, was gibt es Schöneres", machte der Vorsitzende schon mal im Voraus Appetit.


Veranstaltungen sind geplant

Natürlich wird es wieder den unterhaltsamen Faschingsball, das beliebte Sonnwendfeuer und einen Kameradschaftsabend geben. "Mir ist es wichtig, dass die Leute zusammenkommen, sich unterhalten und bei uns gemütliche Stunden verbringen", meinte Hofmann.

Bürgermeister Seeberger hob besonders die Aktivitäten des Vereins, aber auch der aktiven Mannschaft hervor. "Die Veranstaltungen der Feuerwehr sind eine nicht zu unterschätzende Bereicherung des kulturellen Lebens in unserer Gemeinde." Dass bei dem Vorsitzenden Hofmann viel "Herzblut" mit einfloss, betonte der Bürgermeister besonders.


Den Aktiven fehlt Nachwuchs

Kommandant Bernhard Schmitt berichtete von sieben Einsätzen im laufenden Jahr, darunter vier technische Hilfeleistungen und drei Brandeinsätze. Dem Kommandanten stehen 53 aktive Feuerwehrleute, darunter acht Feuerwehrfrauen und sechs Jugendliche zur Verfügung. Schmitt legt großen Wert auf eine umfassende Ausbildung, die bei 41 Übungen, zehn Geräteübungen und vier Übungen für Maschinisten erreicht wurde. Außerdem verfügt die Wehr über 25 ausgebildete Atemschutzträger und zwölf Feuerwehrleute mit einer erweiterten Ausbildung in Erster Hilfe. Besonders erfolgreich und wichtig war für den Kommandanten das Fahrsicherheitstraining auf dem ADAC-Gelände in Schlüsselfeld, das unbedingt fortgesetzt werden sollte.

Für das kommende Jahr haben sich der für ein Jahr wiedergewählte Vorsitzende und der Kommandant die Nachwuchswerbung auf die Fahnen geschrieben. "Ich blicke etwas neidisch auf unsere Feuerwehrjugendkapelle, die keinerlei Nachwuchssorgen hat", meinte Hofmann zum Bericht von Sandra Ebersberger, der Vorsitzenden der Jugendkapelle. Derzeit musizieren rund 150 Kinder und Jugendliche in Großenseebach, davon sind 88 unter 13 Jahre. In Zusammenarbeit mit den beiden Grundschulen sind auch zwei Bläserklassen aktiv und bereits im Alter von eineinhalb Jahren beginnt die musikalische Früherziehung, die derzeit 32 Kinder wahrnehmen.