Gössl selbst zeigte sich erfreut, schon kurz nach seiner Bischofsweihe im März die traditionelle Lichterprozession durch die Höchstadter Altstadt am Abend des 1. Mai mitfeiern zu können. Schließlich war er zehn Jahre lang "der Nachbarpfarrer im Seebachgrund", der von 1997 bis 2007 als Pfarrer von Hannberg und Weisendorf auch Höchstadt "sehr gut kennenlernte".

In seiner Predigt lenkte Gössl den Blick auf die Mutter Jesu, Maria, die im Muttertagsmonat Mai in besonderer Weise in der katholischen Kirche verehrt wird. An vielen Stellen der Bibel liest man schlicht "Maria war dabei", erwähnte Gössl. Das zeige, dass Maria wie jede gute Mutter einfach da war, ansprechbar, dienst- und hilfsbereit. Dies gelte auch heute noch.

"Marienverehrung ist keine katholische Nebensächlichkeit, sondern eine zentrale Angelegenheit des christlichen Glaubens, weil durch Maria Jesus in die Welt kam und sie mitwirkt an Gottes Offenbarung in der Welt." Diese Marienverehrung war in den Liedern und Gebeten deutlich zu spüren, die abwechselnd vom Kirchenchor unter der Leitung von Friedrich Kirschner und der großen Gottesdienstgemeinde (die 600 Liedblätter reichten nicht ganz aus), begleitet von der Stadtkapelle und von Wolfgang Först an der Orgel, gesungen wurden.

Viele beleuchtete Fenster

Stimmungsvoll war auch die anschließende Lichterprozession. Die Feuerwehrleute sorgten für die Straßensperrung, um dem langen Zug sicheres Geleit zu gewährleisten. Alle Höchstadter Vereine und einige Zünfte schickten Fahnenabordnungen mit auf die Prozession. Auf dem Weg durch Haupt- und Steinwegstraße wie auch auf dem Marktplatz sprach Wolfgang Köberlein besinnliche Texte. Wolfgang Glotz von der Stadtverwaltung hatte die öffentlichen Gebäude mit brennenden Kerzen und Fahnen geschmückt. Um die "Beleuchtung" der kirchlichen Gebäude hatten sich Silvia Lohmann, Karlheinz Löbenfelder und Gerhard Wirkner gesorgt. Diesem Beispiel folgten viele Anwohner mit elektrischen Lichtern oder Kerzenschein auf ihren Fenstersimsen. Am Marktplatz hatten auf der Treppe des Rathauses Klaus und Renate Lehmann den Altar geschmückt.

Nach dem allgemeinen Schlusssegen nahm sich Weihbischof Gössl noch Zeit, die vielen Kinder einzeln zu segnen. Für das Glaubenszeugnis dieses Abends bedankte sich Kemmer bei allen Beteiligten. "Wo jeder - vom Bischof bis zum kleinsten Kind - gerade in dunklen Stunden sein Licht des Glaubens leuchten lässt, wird Kirche gesehen, gehört und bleibt lebendig."