In der vollbesetzten Mehrzweckhalle waren bekannte Stücke von alten Meistern ebenso zu hören wie von zeitgenössischen Komponisten, alte fränkische Tänze und Egerländer Melodien.
Dieter Schmerler und Posaunenchor-Obmann Matthias Rudolph nahmen den Konzertabend auch zum Anlass, langjährige Bläser zu ehren und mit Gerhard Berner einen Bläser zu verabschieden, der dem Posaunenchor seit der Gründung im Jahr 1961 angehört. Überhaupt zeigt Weisendorfer Posaunenchor, der 2011 sein 50-jähriges Bestehen feierte, keine "Alterserscheinungen" und so sitzen Bläser im Alter von mehr als 70 Jahren inmitten von Zehnjährigen. So spielt bereits die fünfte Generation der Schmerler-Familie im Chor, zu ihr gehören beispielsweise die neunjährige Helena und ihre elfjährige Schwester Annika.
Die beiden Schwestern traten zusammen mit ihrem Papa Frank auch als Solisten auf.
Ein Zeichen der Qualität der musikalischen Ausbildung ist, dass Helena, die erst seit einem Dreivierteljahr spielt, das komplette Programm des Konzertes absolvierte. Das kommt aber auch nicht von ungefähr und erfordert einiges an Probenarbeit. Auf die Frage an Helena und ihrer Schwester Annika, wie es denn mit dem Üben aussieht, kam mit einem Blick auf den Opa, ein "ja geht schon" zurück. "Dafür sorgt der Opa schon", mischte sich Opa Dieter Schmerler schmunzelnd ein.
Die Moderation des Konzertabends hatte Silke Kraus, die nicht nur die Stücke ankündigte, sondern auch über die Geschichte der Posaunenchöre und deren frühere und heutige Instrumente zu erzählen wusste. Das Konzert, das sich in zwei Teile gliederte, begann mit Kompositionen aus dem 16. Jahrhundert, gefolgt von Händel, Bach, Haydn, Mozart und Mendelssohn-Bartholdy. Mit dem Coburger Marsch eröffneten die 38 Bläser den zweiten Teil. Den Jubilaren zu Ehren spielte der Chor "Der alte Jägermarsch" von Siegfried Rundel und das Trompetensolo übernahm Frank Schmerler.
Beim zweiten Teil des Konzertes juckte es so manchen Besucher in den Beinen, schließlich sind die Titel "Bauernmadla", "Rehragout" oder ein "Zwiefacher" und "Dreher" Stücke, die einen echten Franken nicht auf dem Platz halten. Das gut aufgelegte oder dadurch auch "aufgeheizte" Publikum ließ die Bläser nicht ohne zwei Zugaben von der Bühne.