Rund drei Jahrzehnte ist es her, dass der DGB versuchte, in Herzogenaurach eine Seniorengruppe aufzubauen. Das gelang damals auch, mit dem Fuchs'n Reser und dem Hofmanns Heiner zum Beispiel. Daran erinnerte Norbert Lukasczyk am Mittwochvormittag im Generationen-Zentrum (vormals Freizeitheim) der Stadt, als sich die Gewerkschaftssenioren aus Herzogenaurach und Umgebung zu einer besonderen Feier versammelten.

Damals währte die Aktivität nicht lange, denn bereits 1990 schlief die Gruppe wieder ein. Aber schon sechs Jahre später wurde sie reaktiviert. Und so konnte nun der 20. Jahrestag der Wiedergeburt gefeiert werden.

Lukasczyk, der seit fünf Jahren Leiter der DGB-Seniorengruppe ist, erinnert in diesem Zusammenhang besonders an einen Mann. Ein Jungrentner sei es gewesen, dem es gelang, ein paar Metaller zu reaktivieren. Und als man im städtischen Freizeitheim einen Raum bekam, war die Neugründung beschlossene Sache. Initiator Georg Hiermann wurde bei der Feier dafür besonders geehrt, dass er die Gruppierung aus ihrem Dornröschenschlaf geholt hatte.

Und nicht nur das: Inzwischen seien es im Durchschnitt um die 70 Senioren, die sich bei den Zusammenkünften versammeln. Auch die gestrige kleine Jubiläumsfeier verbuchte ein volles Haus. In einer Pressemitteilung zeigen sich die Aktiven stolz auf das Geschaffene. "20 Jahre wieder erwecktes Mitwirken einer Seniorengruppe im öffentlichen Leben der Stadt ist gerade bei dieser Altersgruppe der Dazugehörigen eine stolze Zeitspanne", heißt es. Neben Lukasczyk sind es Peter Prokop und Ernst Dittrich, die die Gruppe heute leiten.

Welchen Stellenwert die Gewerkschaftssenioren genießen, zeigte auch die prominente Besetzung der Besucher. Bundestagsabgeordnete Martina Stamm-Fibich, Landrat Alexander Tritthart, sein Vorgänger Eberhard Irlinger, Bürgermeister German Hacker sowie seitens des DGB Bezirksvorsitzender Stephan Doll und Kreisvorsitzender Wolfgang Niclas waren gekommen. Der Erlanger Niclas bescheinigte den Herzogenaurachern, dass er die Einladung schon deshalb gerne angenommen habe, weil sie "die Mehreren" seien, will heißen: mitgliedsstärker als die Erlanger.

Mittlerweile sei die Gruppierung für alle Senioren in Herzogenaurach offen. Ein Mitgliedsnachweis einer Gewerkschaft müsse nicht vorgelegt werden, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Lukasczyk hatte noch eine Anmerkung. Als 1983 die erste Rentnergruppe in Erlangen gegründet wurde, habe dies ein gewisser Albert Münck vorangetrieben. Dessen Sohn Hans ist lange Jahre aktiver Senior in Herzogenaurach und war bei der Versammlung zugegen.

Landrat Alexander Tritthart verriet in seinem Grußwort etwas, "was selbst der Bürgermeister noch nicht weiß." Als Student habe er nämlich sechs Wochen Praktikum im Herzogenauracher Rathaus abgeleistet, was auch Lukasczyk zuvor angesprochen hatte, der ja Personalchef der Stadt war. Außerdem kenne er fast alle Besucher der Veranstaltung, sagte Tritthart. Er sei ja in Herzogenaurach aufgewachsen und war auch oft im Freizeitheim zugegen.