Halb eins in der Innenstadt, der Marktplatz ist wie leergefegt. Ein kalter Wind fegt durch die Straßen. Auf dem Podium des "Lebendigen Adventskalenders" wuseln zwischen der seit Tagen angebrachten Dekoration die Techniker. Die Aktion für die nächsten 24 Tage wird vorbereitet.

Eine Stunde später, noch immer keine Passanten, es ist wohl schlicht zu unfreundlich für einen Spaziergang in die Stadt. Aber emsiges Treiben rund um die Bühne - weiteres Equipment wird geliefert, ein Elektriker nimmt den Stromanschluss ab, Rathaus-Mitarbeiterin Andrea Pöltl schaut sich um.

Halb drei: Jetzt hat auch die Kinderweihnachtshütte bereits geöffnet. Sie wird an Wochentagen von 14 bis 17 Uhr die Kinder zum Basteln animieren. Der Zuspruch ist zum Auftakt verhalten. Es sind noch gut zwei Stunden bis zum Start des "Lebendigen Adventskalenders".

Halb fünf.
Bei Bea in der Kinderhütte sind die Kleinen schon eifrig am Werk, draußen am Marktplatz treffen die Passanten zögerlich ein. Einer der ersten ist Michael Dassler, der Vorsitzende der Werbegemeinschaft. "Das war schon immer so", stellt er gelassen fest. "Kurz vor fünf ist alles voll."

So ähnlich ist es dann auch, der Marktplatz füllt sich schnell. Es ist kein Rekordbesuch, aber es zieht schon viele Neugierige in die Innenstadt. Der "Lebendige Adventskalender" hat seit 2002 seine Anziehungskraft stetig gesteigert.

Eine halbe Stunde vor Beginn ist Christine Stöbling mit ihrem siebenjährigen Sohn Max eingetroffen. Schon im letzten Jahr zählten die beiden zu den treuen Fans des Adventskalenders. Dieses Jahr habe sie das Ziel, fast jeden Tag zu kommen, sagt die Mutter.

Immer montags schaffte es Stefanie Eichhorn im letzten Jahr. Deshalb war sie mit ihrer fünfjährigen Ida auch dieses Jahr wieder da. Zum ersten Mal zog es Katrin Sommer hierher. Auch sie hatte ihre beiden Kinder dabei. Die Herzogenauracherin ist erst wieder in ihre Heimatstadt zurückgezogen. Gestern hat ihre Nachbarin sie mitgenommen. Und auch die kleine Leni, gerade mal ein halbes Jahr jung, erlebte ihren ersten Adventskalender. Papa "Smiley" schaute sich schon mal um, darf er doch am Samstag beim Weihnachtsmarkt selber auftreten.
Und dann tritt Marla Saris aus dem Türchen, als lebendige Puppe, erzählt den Kindern die Geschichte von einer Prinzessin und ihr Plüschaffe Coco darf vom Frieden singen. Die Kinder an der Bühne harren geduldig aus und werden, wie es auch schon Tradition ist, belohnt. Denn abschließend gibt es Obst und Süßigkeiten.