Geprägt von der Corona-Pandemie ist der Jahresabschluss des Präsidenten der Stadtjugendkapelle. Wolfgang Niewelt findet trotz der umfassenden Einschränkungen aber auch positive Ansätze. Die neue Form des klingenden Adventskalenders komme beispielsweise gut an.

Die Akteure seien mit Begeisterung dabei, sagte Niewelt gegenüber dem FT. Und auch in der Bevölkerung finde man durchaus Zuspruch: Einhundert Klicks auf die täglichen Videos seien da keine Seltenheit. Alle Auftritte sind auf der Homepage der Kapelle (staju-herzogenaurach.de) zu finden, und zwar gleich vorne auf den ersten Blick auf der Startseite.

Niewelt wirft in seinem Schreiben an die Mitglieder auch einen Blick auf Weihnachten vor einem Jahr. Das sei aus Sicht der Adventskonzerte sogar besonders erfolgreich gewesen, weil das Publikum die gelungenen Konzerte der Bläserphilharmonie, der Seniorband und des Ensembles "Rhythm & T-Bones" mit einem Rekordbetrag an Spenden belohnt habe. Wie anders sieht es doch ein Jahr später aus, Adventskonzerte gibt es nicht. Und auch die Eröffnung des Weihnachtsmarkts, traditionell durch das Jugendorchester, so wie auch im letzten Jahr, musste heuer entfallen.

Ein Virus am Horizont

Denn schon bald im Jahr 2020 "tauchte am Horizont des Weltgeschehens bereits das neuartige Corona-Virus auf, das uns ab März stark einschränkte", schildert Niewelt das zu Ende gehende Jahr weiter. Es mussten der persönliche Musikunterricht, die Proben und Auftritte eingestellt werden.

Nacheinander wurden Veranstaltungen abgesagt: Frühjahrskonzert, Altstadtfest, Open-Air-Konzert, Sommerkirchweih, Mittelalterfest. All diese sind wichtig für die Vereinskasse und das Fortbestehen. Auch alle kleineren und größeren Termine wie Ständchen, Festumzüge und ein geplantes Treffen mit Jungmusikern aus der Partnerstadt Ste.-Luce-sur-Loire fielen aus, berichtet Niewelt.

Der Präsident geht auch auf die besonderen Herausforderungen ein, die diese Zeit mit sich brachte und bringt. "Digitalisierung war ein Wort der Stunde", schreibt er. "Unsere Musiklehrer stellten den Präsenzunterricht auf digitalen Unterricht um, der von unseren jungen und erwachsenen Schülern und Mitgliedern gern angenommen wurde". Das sei die einzige Möglichkeit gewesen, während der strengen Einschränkungen mit gebotenem Abstand zu musizieren.

Kurzes Aufatmen

Als der so genannte erste Lock Down aufgehoben wurde, verspürte auch der Präsident ein Aufatmen aller Musiker. "Schritt für Schritt durfte wieder zusammen musiziert werden", berichtet er. Sogar ein Probentag des Jugendorchesters habe in Pottenstein durchgeführt werden können. Jedoch unter Einhaltung eines strengen Hygienekonzeptes.

Doch die Freude währte nur Wochen. Aktuell kann das Musizieren aufgrund stark gestiegener Infektionszahlen wieder nur noch in kleinsten Einheiten stattfinden. Umso schöner sei es, dass Schüler und Lehrer, Musikerinnen und Musiker, als Solo oder Duett, oder sogar als Familientrio den Klingenden Adventskalender gestalten, dessen Türchen sich täglich auf der Webseite öffnen. Niewelt: "Damit zeigen wir der Öffentlichkeit: Es gibt uns noch."

Planungen für größere Veranstaltungen im neuen Jahr sind derzeit nicht möglich. Vermutlich werde auch 2021 noch kein Frühjahrskonzert möglich sein, schreibt Niewelt. Die für Februar oder März avisierte Jahreshauptversammlung mit Vorstandswahlen werde wahrscheinlich auch erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich sein.