Die Reuther Jenny Bekir und Georg Mayer von der Interessengruppe "Reuther Fuß- und Radweg - jetzt" hatten am 15. April 2013 an den damaligen Bürgermeister Alexander Tritthart (CSU) eine Liste mit 64 Unterschriften von Reuther Bürgern übergeben. Sie baten darum, den Fuß- und Radweg zu verlängern, vor allem um die Sicherheit für Kinder auf dem Weg in die Schule oder zu den Sportanlagen in Weisendorf zu erhöhen.

Tritthart sicherte damals zu, durch ein Ingenieurbüro die Kosten ermitteln zu lassen und diese im Haushalt 2014 zu verankern. Der Planer ermittelte Kosten von rund 230 000 Euro, und der Betrag wurde auch im Haushalt eingestellt. Die CSU-Fraktion stellte nun den Antrag, mit den betroffenen Grundstücksbesitzern Verhandlungen aufzunehmen und ein Ingenieurbüro mit der Planung zu beauftragen.

Grüne fordern Verkehrszählung

Im Grundsatz bestand Einigkeit über die Notwendigkeit des Lückenschlusses, aber die Grünen wollten zuerst ein Radwegkonzept für die Gesamtgemeinde, dazu Fachgremien einschalten und daraus resultierend eine Prioritätenliste erarbeiten. "Ich vermisse verlässliche Zahlen einer Verkehrszählung, und man sollte nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen", kündigte Christiane Kolbet (Grüne) einen Antrag auf Vertagung an.

Der Argumentation von Kolbet folgte auch Friedrich Mümmler (FW) und stellte die Frage nach dem Kosten-Nutzen-Verhältnis. Norbert Maier (Grüne) wollte eine andere Streckenführung diskutieren, schließlich gäbe es auch Flurbereinigungswege, und um Kosten zu sparen, müsse der Weg auch nicht asphaltiert werden.

Beides wies Bürgermeister Heinrich Süß zurück. Der beste Weg von A nach B sei immer der kürzeste, und außerdem habe man mit einer wassergebundenen Oberfläche oder einer Oberschicht aus Splitt schon schlechte Erfahrungen gemacht.

Die Aussage von Christiane Kolbet, es würden nahezu keine Autos fahren, wiesen sowohl Andreas Süß (UWG) als auch Günther Vogel (BWG) zurück. So seien auf dieser Strecke nicht nur Schulkinder unterwegs, sondern auch viele Freizeitsportler und Spaziergänger. Der CSU-Fraktionssprecher Stefan Süß stellte eine verkehrssichere Anbindung in den Vordergrund, zudem sei die Übersichtlichkeit durch Mais- und Getreidefelder erheblich eingeschränkt. "Die Kinder brauchen einen sicheren Schulweg und einen ebenso sicheren Weg zu den Sportstätten", argumentierte Süß. Für den Grünen-Antrag auf Vertagung stimmten dann nur die beiden Grünen und Mümmler. Mit 15 gegen drei Stimmen wurde schließlich Bürgermeister Süß beauftragt, die Planung in die Wege zu leiten und anschließend Grundstücksverhandlungen aufzunehmen.