Nicht wenige Passanten schauten in dieser Woche bei der Schule am Reuther Weg etwas genauer hin. Rings um die Schule hingen Schilder mit dem Text: "Schule wegen Renovierung geschlossen." Von Handwerkern war aber weit und breit nichts zu sehen. Was war also los? Des Rätsels Lösung: Vor der Schule und im Inneren des Gebäudes hatte sich ein Filmteam aufgebaut, mit allem was dazugehört.

Immer wieder drangen Wortfetzen hinaus auf die Straße. "Ruhe bitte - Kamera läuft - Action" war da zu hören, und zu jeder Szene fiel geräuschvoll die Klappe. Und mittendrin waren die Weisendorfer Kinder. Sie durften nicht nur sehen, was hinter der Kamera passiert, sondern sogar selbst Hand anlegen: Sie durften einen richtigen Film drehen und sogar das Drehbuch schreiben.


Lob vom Regisseur


Kinder der dritten und vierten Klasse des Hortes drehen derzeit einen Kinderkurzfilm und reichen diesen für das Mittelfränkische Kinderfilmfestival ein. Von der Medienfachberatung Mittelfranken waren der Medienpädagoge Oliver Lieb und die Praktikantin Doreen Nölp nach Weisendorf gekommen. Der Hort der Lebenshilfe und Erzieherin Elke Zink folgten damit einem Aufruf des Kreisjugendringes. "Es macht Spaß, mit den Kindern zu arbeiten", lobte Regisseur Lieb. "Vor allem, weil sie voll bei der Sache sind und auch gute Ideen haben".

Am ersten Tag wurde von den Kindern das Drehbuch erarbeitet, ein Überfall und ein größerer Geldraub wurden als Handlung angenommen. Der zweite Tag galt der der Technik, Kameraeinstellungen wurden geprobt und der Umgang mit dem Mikrofon geübt. Nach Einweisung der Schauspieler konnten die ersten Szenen gedreht werden.


Wenn die Konzentration nachlässt


Am dritten Tag, es sind ja Osterferien, war ein ganztägiger Drehtag angesetzt. "Ganz schön anstrengend, aber es macht Spaß", erklärte Annika in einer kurzen Drehpause. "Alles wieder zurück, das Ganze nochmal", wurde die kurze Pause von Oliver Lieb schon wieder unterbrochen.

Dass die Filmerei ganz schön schlaucht, bestätigte auch Erzieherin Elke Zink. "Am Nachmittag wird es schon schwieriger, da lässt die Konzentration bei den Kindern dann doch etwas nach." Nach manchen Szenen hatten der Regisseur, die Praktikantin und die Erzieherin dann schon etwas Mühe, das Team für den nächsten Dreh einzuweisen.

"Morgen habt ihr es geschafft, noch ein paar Einstellungen und dann wird der Film geschnitten und der Ton synchronisiert", beruhigte Elke Zink ihre Schützlinge. Wenn der Film dann fertig ist, wird er als erstes den Eltern gezeigt.

Auch Kinder der ersten und zweiten Klasse waren in dieser Woche bereits aktiv und beschäftigten sich mit Film und Radio. Dazu gehörte ein Besuch im Medienzentrum Parabol, der zentralen medienpädagogischen Einrichtung für Nürnberg und Mittelfranken. Außerdem wurde eine Camera obskura gebastelt und die Kinder lernten viel über Kino.


Medienkompetenz und Teamfähigkeit steigern



Finanziell wird das Filmfest von der Sparkasse Erlangen und von Siemens unterstützt. Die Medienkompetenz der Kinder soll ebenso gesteigert werden, wie Teamfähigkeit und eigenständiges Denken, heißt es in der Beschreibung des Projekts. Denn aktive Videoarbeit, das Selbermachen von Videofilmen, macht schließlich Spaß und bietet allen Beteiligten eine Fülle von Erfahrungsfeldern.

Erzieherin Elke Zink fast die Erfahrungen aus einem Wochenendseminar des Kreisjugendrings zusammen: "Von der Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Filminhalt über die Bedienung der Technik und den Einsatz von Gestaltungsmitteln bis hin zur Präsentation des fertigen Werkes vor einem Publikum können unterschiedlichste Erfahrungen gesammelt werden".