Beim Ausbau der Ortsdurchfahrt in Hannberg und der Gestaltung des Dorfplatzes will der Heßdorfer Bürgermeister Horst Rehder (BB) jetzt Nägel mit Köpfen machen. Schon einige Jahre wurde das Thema immer wieder im Gemeinderat diskutiert und der Straßenzustand wurde immer schlechter. Nun gab es ein Gespräch mit dem Staatlichen Bauamt Nürnberg mit dem Ergebnis, dass die Bauarbeiten im kommenden Jahr erfolgen können.
Dazu hat Bürgermeister Rehder vereinbart, dass die Gesamtplanung von der Gemeinde übernommen und umgesetzt wird. In diesem Fall würden für die Gemeinde keine Verwaltungskosten anfallen, anteilige Planungskosten würden in eine zu schließende Vereinbarung aufgenommen.
Rehder sieht darin auch einen erheblichen zeitlichen Vorteil und eine Mitsprache, insbesondere bei der Gestaltung des Dorfplatzes bessere Gestaltungsmöglichkeiten und eine Berücksichtigung von Wünschen der Hannberger Bevölkerung.
Da auch der Kanal in der Niederlindacher Straße wegen hydraulischer Überlastung ausgetauscht werden muss, können die Planungen für Kanal- und Straßenbau zusammengefasst werden.

Bürgerstiftung gründen

Der Bürgermeister wollte auch noch den Planungsauftrag vergeben, allerdings gingen die Honorarangebote erst am Tag vor der Sitzung ein und konnten nicht mehr bearbeitet werden.
Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Gründung einer Bürgerstiftung. Seitens des Bürgermeisters Horst Rehder (BB) und der Verwaltung wird das grundsätzlich positiv gesehen.
Auf Antrag der SPD-Fraktion befasste sich der Gemeinderat mit dem Thema und beauftragte den Bürgermeister mit dem weiteren Vollzug. Roland Sekatzek und Bernd Döbbelin (beide SPD) begründeten den Antrag und hoffen, dass sich auch Geschäftsleute und Privatpersonen daran beteiligen.
Stefan Martin (CSU) und Axel Gotthardt finden die Initiative gut und auch sinnvoll. "Dabei ist aber auch das Engagement der Bürger gefragt und es sollte nicht nur von der Gemeinde ausgehen, damit die Stiftung auch am Leben erhalten wird", erklärte dazu Martin.
Grund des Antrages und Behandlung im Gemeinderat war ein Schreiben der Kreissparkasse Höchstadt. Darin erklärt die Kreissparkasse die Absicht, im Geschäftsgebiet der Sparkasse die Gründung einer Bürgerstiftung zu fördern.
Zu diesem Zweck stellt die Kreissparkasse einen Gründungszuschuss in Höhe von 10 000 Euro zur Verfügung. Diese Schenkung erfolgt unter der Voraussetzung, dass bis 15. September 2013 die Gründung einer Bürgerstiftung vollzogen ist und die Gemeinde ebenfalls einen zweckgebundenen Betrag in Höhe von 10 000 Euro zur Verfügung stellt. "Bürgerstiftungen gewinnen mehr und mehr an Bedeutung", erklärte dazu Verwaltungsleiter Martin Hofmann.
Damit wird auch Gemeindebürgern die Möglichkeit eröffnet, private Finanzmittel in eine gemeinnützige Verwendung zur Förderung des Gemeinwohls einzubringen.
"Damit würde sicherlich eine positive Entwicklung des Gemeinschaftssinns einhergehen", hofft der Bürgermeister. "Denn es wird sicher auch in Heßdorf Bürger geben, die sich finanziell in die Stiftung einbringen." Denn zunehmend fehle der öffentlichen Hand das Geld. Mehr und mehr gewinne deshalb privates bürgerschaftliches Engagement an Bedeutung. Zahlreiche gemeinnützige Einrichtungen können nur dank freiwilliger Zuwendungen existieren - und so einen wichtigen Beitrag für die Lebensqualität leisten.
Nach Auffassung der Verwaltung muss die Gründung einer Bürgerstiftung strategisch gesehen werden.
Voraussetzungen dafür sind eine positive Grundeinstellung der Kommune und ein aktives Werben der gemeindlichen Mandatsträger. Hofmann wies aber auch darauf hin, dass bei der derzeitigen Kapitalmarktsituation sich kurzfristige Stiftungserlöse nur in geringem Maße einstellen werden.

Kapital muss bleiben

Bürgermeister Rehder hofft, dass sich das wieder ändern wird und auch soziale und gemeinnützige Einrichtungen über das gesetzliche Niveau hinaus nachhaltig unterstützt werden können. Denn das Stiftungskapital darf nicht verbraucht werden, es muss zeitlich unbegrenzt zur Verfügung stehen. Lediglich über die Kapitalerträge kann der Stiftungsrat entscheiden.