Die letzten Feierwütigen verlassen mit den letzten Taxen und den ersten Bussen die Stadt, wenn der Wecker bei Klaus Römmelt klingelt. Der kennt den Berg nur aus der Ferne, obwohl er jeden Tag mit diesem zu tun hat.
"Mehrere tausend Brezeln liefere ich über die zwölf Tage da rauf." Doch Zeit für einen Bergbesuch hat er nicht. Denn der 49-jährige Herzogenauracher Bäcker steht vor fünf Uhr bereits in der Backstube, um das leckere Gebäck fertigzustellen. Normalerweise betreibt er seine Bäckerei und das Café am Herzogenauracher Marktplatz. Für den Berg wird die Familie eingespannt, denn es sind rund acht Stunden mehr Arbeit, die es zu bewältigen gilt.

Klaus Römmelt ist aber nicht ganz alleine. Viele der Beschicker, der Schausteller, der Festwirte haben eine kurze Nacht. Es gilt, den Ochsen auf den Spieß zu ziehen, um diesen bis zur ersten Bestellung gegen 10 Uhr gar zu haben, die Biertanks müssen wieder befüllt werden, die Fahrgeschäfte wieder geschmiert sein.


Nachlieferung wird anstrengend


Römmelts Brezen gehen zu Norbert Reithmayer, der seinen Stand am Altstädter Schießhaus hat. Die erste Lieferung gegen 9 Uhr sei ja auch kein Problem, "da sind wenig Berggänger unterwegs", erklärt der Lieferant. Wenn es aber um die Nachlieferungen geht, artet der Transport über die rund 400 Meter lange Strecke in Schwerstarbeit aus. Denn die Bergstraße ist sowohl mit dem aufsteigenden Bergvolk als auch der Heimkehrer dicht bevölkert.

"Es ist anstrengend wegen der Masse", sagt Römmelt. Das gelte für die Produktion ebenso wie für den Transport. Dass es sich lohnt, bestreitet der 49-Jährige nicht. "Auf die Idee bin ich vor ein paar Jahren gekommen, als es vor ein paar Jahren den so genannten Brezenkrieg gegeben hat", erklärt er. Da hatten sich zwei "Altbrezenbäcker" in den Haaren wegen der Frage, wer das Originalrezept besitze und wer den "echten Bergbrezen" verkauft. Frei nach dem Motto: "Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte", habe er die Chance genutzt und zwei Marktbeschicker gefunden, die die Herzogenauracher Brezen ins Programm aufnahmen.

Klaus Römmelt gibt aber zu, dass er zumindest einmal über den Berg läuft. "Bevor der ganze Trubel losgeht." Ob das die Zeit zwischen drei und sechs Uhr ist, wollte er dann aber nicht verraten.