Die Tage des Mammutbaums in Rezelsdorf sind gezählt. Im Herbst wird der Baum am Kriegerdenkmal in Rezelsdorf gefällt. Das beschloss der Gemeinderat, gegen die Stimme des Grünen Norbert Maier.

In den letzten Jahren sei immer wieder versucht worden, dem mächtigen Baum zu helfen, berichtete Bürgermeister Alexander Tritthart (CDU). So wurden die pflegerischen Vorgaben des Fachberaters des Landkreises, Paul Rothemund, befolgt. Der Weisendorfer Bauhof rückte sogar an und bewässerte den rund 50 Jahre alten, stattlichen Baum.

"Wir hauen nicht einfach Bäume um", erklärte Bürgermeister Tritthart. Er kündigte auch an, eine namentliche Abstimmung zu verlangen, sollte die Mehrheit einer Fällung nicht zustimmen. Außerdem empfahl der Bürgermeister jedem Mitglied des Gemeinderates, sich den Baum mal genau anzusehen.

Natürlich kamen bei diesem Punkt der Tagesordnung wieder die beiden gefällten Eichen in Oberlindach zur Sprache. "Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun", erklärte Karl-Heinz Hertlein (CSU). Die Oberlindacher Bäume mussten weg, weil das Ehrenmal renoviert werden muss. Der gutgelaunte Bürgermeister ließ etwas aufhorchen, als er die Bäume an Kriegerdenkmälern als "unnormale Bäume" bezeichnete. "Für normale Bäume darf ich bei Gefahr eine Fällung anordnen, bei unnormalen Bäumen ist der Gemeinderat gefragt. Und ich habe mich schon eine Woche lang auf diesen Tagesordnungspunkt gefreut", meinte Tritthart.

Der Rezelsdorfer Gemeinderat Klaus Zink (FW) verwies darauf, dass der Baum schon länger krank sei und inzwischen eine Gefahr für Friedhofsbesucher und die umliegenden Gebäude sei. "Ich sehe das etwas anders, der ist noch nicht richtig dürr, noch lebt der Baum, er hat nur zu wenig Wasser", begründete Maier seine Nein-Stimme.