Der Neubau des Rathauses hat eine weitere Hürde genommen. Der Planungsausschuss gab am Montagabend ein klares Votum für die vorgelegte Kubatur und Dachform. Die einstimmige Empfehlung geht nun in den Stadtrat, der am kommenden Mittwoch darüber beschließen wird. Dann kann dieses Modell mit Flachdach als Grundlage für die weitergehenden Planungen hergenommen werden.

Friedrich Bär vom Nürnberger Büro BSS erläuterte das Modell, das als Arbeit 731 unter 17 Teilnehmern den anonymen Wettbewerb gewonnen hatte. In der Diskussion ergaben sich noch Wünsche, die vor allem auch die Kombination mit der Gestaltung des benachbarten Hubmann-Areals betrafen und auf die Parkplatz-Situation abzielten. Aber auch die von Bär gewählte Form der Gestaltung mit Naturstein wurde diskutiert.


Bürohaus-Fassade

Der Architekt schlug dieses Material vor. Der Neubau sollte eine klassische Bürohaus-Fassade erhalten. Nicht übertrieben streng solle das wirken, aber doch geordnet. Das möchte er mit Natursteinen anstelle von viel Glasflächen erreichen.

Insgesamt betrachtet sieht Bär den Neubau als schlüssige, harmonische Ergänzung zum historischen Schloss. Dessen Linien werden in dem Baukörper weiter geführt. Aber auch für sich selbst betrachtet "ergibt der Neubau in sich eine Logik."

Durchweg positiven Anklang fand das Modell unter den Mitgliedern des Ausschusses. So auch bei der Zweiten Bürgermeisterin Renate Schroff (SPD), die sich allerdings "eine kleine Kritik" nicht verkneifen wollte. Denn sie hätte sich bei der Gestaltung des Anbaus "mehr Leichtigkeit" gewünscht. Der Entwurf sei schon sehr kompakt, mehr Glas wären ihrer Meinung nach besser.

Ihr Fraktionsvorsitzender Curd Blank widersprach. Genau die gewählte Massivität der Fassade fand er schön und erhielt Unterstützung im Gremium. "Ein Rathaus muss kein Kaufhaus sein", meinte Retta Müller-Schimmel von den Grünen und Kurt Zollhöfer (CSU) sagte, dass man das Ergebnis des Wettbewerbs jetzt nicht ad absurdum führen sollte, in dem an den planerischen Vorstellungen zu sehr gerüttelt werde.


Ergebnisoffen ausschreiben

Walter Nussel (CSU) hatte allerdings zuvor angemerkt, dass man die Fassade ergebnisoffen ausschreiben und sich nicht bereits auf ein Material festlegen sollte. Auch ihm würde eine gewisse Leichtigkeit gefallen, die man auch mit Holz erreichen könnte. Bürgermeister German Hacker (SPD) erklärte, dass die Fassade jetzt bereits mitnichten festgelegt sei, auch wenn die Idee der Naturstein-Gestaltung auch ihm persönlich sehr gefalle. Friedrich Bär sagte, er wolle sich mit der Fassade "dem Duktus des Bestandes" unterordnen und habe bewusst auf "zu viel Modernität und Expressivität" verzichtet.

Einen persönlichen Wunsch äußerte auch Walter Drebinger (CSU). Er hätte sich den Gebäudeteil mit dem Sitzungssaal sprichwörtlich herausragender gewünscht. Wenn der Bereich höher ausgestaltet würde, könnte man einen transparenten Rundumblick und die Möglichkeit schaffen, auch mal nach draußen auf eine Terrasse zu gehen. Das sei technisch nicht machbar, antwortet Bär. Das würde "das ganze Konzept zerhauen." Bär: "Ich kann geometrisch nicht zaubern." So bleibt diese Anregung ein Luftschloss, selbst wenn sie auch von Renate Schroff (SPD) als "pfiffige Idee" empfunden wurde. Schroff schmunzelnd: "Aber wir sind ja nicht zum Vergnügen hier."
Dass man den Sitzungssaal für Veranstaltungen zu einem kleinen Foyer öffnen könne und dann eine große Fensterwand erhalte, wäre eine Möglichkeit der späteren Gestaltung im Detail, ergänzte Bürgermeister Hacker.

Das Flachdach gegenüber einem möglichen Sattel fand übrigens ohne Diskussion Zustimmung. Auch kritisierte niemand, dass der Schlossgraben im Westen bis zum Spielplatz verbaut wird.