Wenn Musicies und Gaukler und viele gar schön gewandete Edelleute, Pürger und Pauern, Frouwen und Recken und Mägdlein das Herz und Aug‘ der Betrachter erfreun, ja dann ist Mittelalterfest. Am Samstag und Sonntag, 27. und 28. Juli, wird die Herzogenauracher Altstadt in mittelalterliches Licht getaucht. Und viel Zeter und Mordio geboten, nicht nur beim Auftritt des gleichnamigen Schauspielerensembles.

Auch der Purgamasta und die Herolde nebst Fanfarenbläser und Stadtwache werden traditionell dabei sein, wenn am Samstag um 11 Uhr das Fest mit einem Umzug durch die Hauptstraße eröffnet wird. An beiden Tagen erwartet die Pürgerinnen und Pürger ein Aktionsprogramm auf zwei Bühnen sowie viel fahrend Volk, das zwischen den beiden Stadttürmen durch Musik, Gesang und allerley Kunst zu unterhalten sucht.
So heißt es in der offiziellen Depesche der Organisatoren. Diese, Ruthild Schrepfer von der Werbegemeinschaft sowie Bürgermeister German Hacker mit Helmut Biehler und Verena Narriman vom Kulturamt der Stadt, erläuterten im Pressegespräch das Programm.

Konzert am Marktplatz

Vor allem sind es die "Dudelzwerge", die musikalische Akzente setzen sollen. Sie gastieren das erste Mal, werden zwischendurch immer wieder auf der Bühne zu sehen sein und am Samstagabend dann das "Concerto furioso unter den Sternen" bestreiten, von 21.30 bis etwa 23 Uhr. Die Dudelzwerge über sich selbst und ihre Instrumente, bei denen es sich um unverwechselbare Unikate handelt: "Mit riesengroßen Trummeln, Pfeyffen und Sayteninstrumenten zeuchen wir auf und sorgen für Kurzweyl auf offenem Markte und in den Gassen."
Für weitere mittelalterliche Darbietungen sorgen das "Duo Obscurum" mit alten Liedsätzen, die Schauspieler von "Zeter & Mordio", die Gaukler "Arne Feuer schlund" und "Laut'n Hals" sowie die Fakire von "Braxas -A-". Im Hof des alten Badehauses (VHS) lagert der "Clan MacScott" aus den schottischen Highlands.

Mittelalterliches Lagerleben können die Pürgerinnen und Pürger im gesamten Schlossgraben erleben, mit den Gruppen "Curso Comunitas", "Die Zwölf", "Fränkische Kämpfer" und "Freudlos". Und auch um Sitte und Ordnung wird sich gesorgt. Dafür hat der Magistrat die "Stadtwache Virtus" beauftragt, auf dem Marktplatz Stellung zu beziehen. Die Mannen werden an der Gewandung in den Stadtfarben Gelb/Schwarz unschwer zu erkennen sein. Vor allem unzüchtiges Weibsvolk, Trunkenbolde und Lästerer sollen laut Anordnung in die Schandgeige gespannt werden, wird berichtet.

Was die beiden Tage an Programm noch so alles bieten, ist der Depesche, sprich Pressemitteilung, zu entnehmen, die ausführlich auf der Homepage der Stadt einzusehen ist (www.herzogenaurach.de).

Shuttlebus in die Innenstadt

Der Sonntag wird wieder verkaufsoffen gestaltet. Auch oder gerade bei den Outlets am Stadtrand erwartet man einen Ansturm an Besuchern. Was natürlich beabsichtigt ist: "Wir machen das ja, damit wir überrollt werden", merkte Bürgermeister Hacker an. Adidas setzt von seinem Outlet wieder einen Shuttlebus in die Innenstadt ein, erläuterte Ruthild Schrepfer.

Ein Fest für die Familien

Und auch in der Innenstadt wird erwartet, dass sie am Festsonntag aus allen Nähten platzt. Deshalb appelliert Schrepfer an die Bürger, doch auch den Samstagnachmittag zu nutzen. Da ist erfahrungsgemäß nicht so voll. Und gerne dürfen oder sollen sogar die Besucher kostümiert kommen. Auch Holzschwerter dürfen gerne mitgebracht werden, meint Hacker.

Generell legten die Verantwortlichen Wert auf die Feststellung, dass es sich beim Herzogenauracher Mittelalterfest um ein Fest für die Familien handelt. Deshalb habe man auch gerade für die jüngeren Mitbürger ein abwechslungsreiches Angebot parat. Das in diesem Jahr noch um eine Attraktion reicher wird.
Denn die Lesepaten treten in Aktion. Sie lesen an beiden Tagen im Ratskeller Rittergeschichten für die Kinder. Auch eine Gelegenheit für die Eltern, mal eine dreiviertel Stunde für sich allein zu sein. Die vom Seniorenbüro organisierten Lesepaten haben sich hierfür extra Gewänder gekauft, erklärte Schrepfer. Auch ein Stadtspiel wird eigens für die Kinder organisiert. Außerdem erfreut das mittelalterliche Treiben selbstverständlich generell auch Auge und Ohr der kleinen Mitmenschen.

Kein Event ohne Dank. Dass das Mittelalterfest weiterhin ohne Eintritt angeboten werden könne, so Schrepfer, sei zum einen der Unterstützung durch die Stadt und zum anderen allen Beteiligten zu verdanken. Denn sie tragen die Kosten, auch Nichtmitglieder der Förder- und Werbegemeinschaft geben ihren Obolus, sagt die Sprecherin der Föwe.