Eine lange Durststrecke von sieben Monaten liegt hinter dem kleinen Herzogenauracher Kulturbetrieb, der im April 2019 seine Pforten öffnete. Denn in diesem Frühjahr begann die Coronapandemie und es mussten erhebliche Einschränkungen in Kauf genommen werden. Darauf weisen die beiden Betreiber der kleinen Bühne "Tausendkunst" hin, die jetzt allerdings wieder vermehrt an die Öffentlichkeit treten wollen.

Dabei hatte das Veranstaltungsjahr des Gesangstudios und Theaters "außerordentlich gut" begonnen, berichten Cornelia Schmid und Christian Kaltenhäußer. Das Publikum nahm die erste Opernproduktion von "Tausendkunst", Telemanns "Pimpinone", und das Gemeinschaftssingen "Sing dich frei am Freitag" hervorragend an. Doch Corona machte dem ein jähes Ende.

Zwar lief der Gesangunterricht nach einer Zwangspause auch während der Corona-Hochphase wieder an, wird mitgeteilt. Er kann auch im Moment weiter laufen, sei es in Präsenzunterricht oder über eine Online-Plattform. Doch Veranstaltungen und kleine Konzertformate waren im "Gesangstudio Theater Tausendkunst" lange Zeit nicht möglich.

Luftfilter im Einsatz

Die Betreiber Cornelia Schmid und Christian Kaltenhäußer wagen aber nun doch den Schritt zurück in die Öffentlichkeit, unter strenger Beachtung aller Maßnahmen, die Ansteckungen verhindern sollen. "Wir haben natürlich auch ein tragfähiges Hygienekonzept, das strenge Anwendung findet", sagt Kaltenhäußer dazu. Und ergänzt: "In der Unterrichtssituation läuft ein Luftfiltergerät, und auch für Veranstaltungen werden wir uns ein geeignetes System zulegen." Eine solche Investition ist natürlich nicht einfach zu stemmen, aber die beiden wollen es wagen. Es bleibe ihnen nichts anderes übrig, stellen sie fest.

Den Wiedereinstieg in Veranstaltungen wollen die beiden professionellen Musikschaffenden mit drei ganz unterschiedlichen Formaten schaffen.

101 Meisterwerke

Ab Mitte Oktober gibt es an drei Montagabenden in etwa 90 Minuten spannende Einblicke in "101 Meisterwerke". Das sind große Werke der symphonischen Musik, wie diese auf uns wirken, und was bestimmte musikalische Mittel in uns auslösen. Der erste Termin der Vortragsreihe ist bereits der kommende Montag, 12. Oktober.

Ab 20 Uhr wird Norbert Engelmann, Komponist, Arrangeur, Dirigent und Posaunist mit dem Publikum in die Filmmusik von "Jurassic Park" von John Williams eintauchen. Weitere Termine sind der 9. November und der 21. Dezember.

Schauriger Spaziergang

Eine ganz andere Facette ihres Könnens zeigen Cornelia Schmid und Christian Kaltenhäußer dann in "Schaurig ist's ... ein unheimlich komischer Spaziergang im Dohnwald". Das Programm setzt sich aus Balladen und Liedern zum Fürchten und Schmunzeln zusammen, und wurde 2016 schon einmal in Herzogenaurach aufgeführt.

"Das Konzept von "Schaurig ist's" eignet sich wunderbar für ein Open-Air Event, das Publikum geht von Station zu Station, und dort werden wie aus dem Nichts die einzelnen Stücke zu Gehör gebracht," erzählt Schmid. Natürlich gibt es dabei auch die eine oder andere Überraschung entlang der ein Kilometer langen Strecke, denn "wir wollen Kunst für ein breites Publikum machen, mit Anspruch, aber auch immer mit einem Augenzwinkern."

Premiere hat der Spaziergang am Samstag, 31.Oktober, ab 19 Uhr, weitere Aufführungen sind für den 7. und 21. November geplant.

Märchen für Erwachsene

Ebenfalls im November gibt es auch Märchen-Kabarett bei Tausendkunst, allerdings drinnen. Die Märchen-Spielerin und Kabarettistin Marla Saris präsentiert ihr neues Programm "Der Spiegelsaal", wobei sie musikalisch von Peter Willert am Piano unterstützt wird. In den verschiedensten Rollen - unter anderem als lyrischer Schutzengel - wird Marla Saris das erwachsene Publikum pointiert und spritzig durch Märchen und deren Analogien zum Jetzt führen. Und natürlich hat Elfriede, die Rentnerin, die vielen aus Herzo.TV-Beiträgen bekannt ist, ebenfalls einiges dazu zu sagen. Am Samstag, 14. November, ab 19 Uhr findet die Premiere statt, weitere Termine sind der 28. November und der 5. Dezember. Alle Karten für die oben genannten Veranstaltungen sind nur im Vorverkauf erhältlich, wird weiter informiert. Es wird keine Abendkasse geben. "Das ist ein wichtiger Teil unseres Hygienekonzeptes. Die Besucher haben feste Plätze, der Einlass und auch alle anderen Abläufe müssen reglementiert sein, es entstehen keine Warteschlangen", erklärt Kaltenhäußer. "Wir freuen uns sehr darauf, wieder für unser Publikum da zu sein, und hoffen, dass unsere Veranstaltungen auch stattfinden können," schließt er ab. red