Langsam rücken die Kar- und Ostertage näher. Die Christen feiern ihr höchstes und bedeutendstes Fest. Da es wegen der Corona-Pandemie heuer nicht mit der versammelten Gemeinde in der Kirche begangen werden kann, stellen derzeit viele Pfarrämter Überlegungen an, wie sie die Gläubigen trotzdem in die Feier des österlichen Triduums einbinden können.

In der Kirche St. Stephanus in Adelsdorf und in St. Laurentius in Aisch beispielsweise sind die Gemeindemitglieder dazu eingeladen, als Zeichen der Verbundenheit ein selbst gebasteltes Namensschild in die Kirchen zu bringen und es auf ihren Platz zu stellen. Pfarrer Thomas Ringer bittet darum, auch an die Leute zu denken, die den Weg in die Kirche nicht mehr schaffen oder aus Angst das Haus nicht mehr verlassen möchten. Es werden auch einige Stifte und gefaltete Kartonbögen in die Kirchen gelegt, damit Besucher ein Namenschild beschriften können.

Gottesdienste werden derzeit nicht öffentlich gefeiert. Die Adelsdorfer Pfarrei beabsichtigt aber, einige Sequenzen aus den Gottesdiensten aufzunehmen und auf www.st-stephanus-adelsdorf.de online zu stellen.

Darüber hinaus sollen - vorbehaltlich der jeweils aktuell geltenden rechtlichen Grundlagen - die Gläubigen an jedem Festtag etwas aus der Kirche mit nach Hause nehmen können: Für den Palmsonntag werden Ehrenamtliche der Pfarrgemeinden einige Palmsträußchen binden. Pfarrer Ringer diese am Vormittag des Palmsonntags segnen. Ab 12 Uhr können sie dann in den Kirchen abgeholt werden. Am Gründonnerstag steht das letzte Abendmahl im Mittelpunkt, das Gedächtnis der Einsetzung der Eucharistie. Nirgends kommt die Gemeinschaft der Christen mehr zum Ausdruck als im Teilen von Brot und Wein. Da diese Gemeinschaft heuer nicht möglich ist, lädt der Pfarrer dazu ein, Brot und Wein in häuslicher Gemeinschaft miteinander zu teilen. Er wird daher am Vormittag einige Brote segnen. Diese können dann zwischen 10 und 17 Uhr abgeholt werden und im Rahmen des Hausgottesdienstes miteinander geteilt werden. Um hierfür gut planen zu können, sollen sich Interessenten in die Listen in den Kirchen eintragen, eine E-Mail an pfarrei.adelsdorf@erzbistum-bamberg.de schreiben oder unter Telefon 09195/7296 eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter zu hinterlassen.

Das Osterlicht abholen

Am Karfreitag gedenkt die Kirche dem Leiden und Sterben Jesu Christi am Kreuz. Auch wenn keine gemeinsame Kreuzverehrung stattfinden kann, sollen die Gemeindemitglieder an diesem Tag in der Kirche das erhöhte Kreuz verehren. Als Zeichen dazu können sie das Kreuz schmücken, indem sie Blumen von zu Hause oder aus ihrem Garten mitbringen und vor das Kreuz legen. Außerdem dürfen sie einen Nagel mit einem Impuls mit nach Hause nehmen. Dies ist ab 10 Uhr möglich.

In der Osternacht feiert die Kirche die Auferstehung von Jesus Christus. Er hat die Dunkelheit des Todes durchbrochen und das Leben hell gemacht mit seinem Licht. Dieses Osterlicht soll auch die Gläubigen erleuchten und ihre Ängste nehmen. Deswegen sind sie eingeladen, bis Karsamstag um 19 Uhr zu ihrem Namensschild eine Kerze (in einem Glas) zu stellen. In der Osternacht wird Pfarrer Ringer dann diese Kerzen an der Osterkerze entzünden und so das Licht verteilen. Am Ostersonntag können die Gläubigen dieses Licht dann aus der Kirche holen. Kerzen können auch vor Ort erworben werden.

Pfarrer Kemmer wünscht sich Fotos

Die festlichen Liturgien der Kar- und Ostertage feiern die Geistlichen in den Gotteshäusern unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Egal ob im Petersdom in Rom oder im Bamberger Dom, die Gottesdienste finden ohne Beteiligung der Gläubigen statt. Ein schmerzlicher Gedanke auch für Höchstadts Stadtpfarrer Kilian Kemmer. Deshalb möchte er eine seiner Ansicht nach gute Idee aus einer italienischen Kleinstadt aufgreifen und auch in Höchstadt umsetzen. Kemmer bittet alle Familien, Paare oder Einzelpersonen, sich zu fotografieren. Das ausgedruckte Foto oder Selfie kann selbstständig auf einer Sitzbank in der Kirche abgelegt oder im Briefkasten des Pfarramtes eingeworfen werden. Die Bilder können auch digital an das Pfarrbüro gesendet werden (st-georg.hoechstadt@erzbistum-bamberg.de). Die Ausdrucke werden dann in die Kirche gelegt. Somit können alle durch die Fotos ihre Verbundenheit und ihre Teilnahme an den großen religiösen Feiern der Karwoche zum Ausdruck bringen. Kemmer bittet die jüngere Generation, ältere Mitmenschen, die nicht digital bewandert sind und denen die Teilnahme an den Gottesdiensten wichtig wäre, zu fotografieren und die Bilder abzugeben. "Mein Wunsch wäre wirklich, dass alle Plätze in unserer Kirche mit Fotos von Menschen besetzt sind. Dann fühle auch ich mich nicht so allein und weiß mich auch visuell den Menschen verbunden", so Kemmer.