Bereits in den 50er Jahren wurde in Herzogenaurach Golf gespielt. Die Amerikaner errichteten den ersten Golfplatz, wo jetzt das Wohngebiet Herzo-Base ist. Doch dieser Golfplatz war nur für die amerikanischen Soldaten.
Dennoch durften einige Herzogenauracher auf den Golfplatz; zunächst nicht als Spieler, sondern als Caddies, die die Ausrüstung der Spieler tragen. Unter ihnen war auch Walter Jauernig. "Damals verdiente man als Caddy für fünf bis sechs Stunden Arbeit fünf Dollar: Das war mehr als ein Maurer am ganzen Tag verdient hat."

Nach einiger Zeit durfte er selbst auf dem Platz spielen. Da sich die jungen Golfer von den Amerikanern unabhängig machen wollten, kam es am 21. März 1967 im Gasthaus "Winkelmann" zur Vereinsgründung des Golf-Clubs. Da sie für die Gründung mindestens zehn Mitglieder benötigten, waren einige der elf Gründungsmitglieder gar keine Golfer.

Durch günstige Konditionen, die mit den Streitkräften ausgehandelt wurden, war das Golfen zuerst im Vergleich zu anderen Clubs sehr günstig. Auch nach der Gründung bestand der enge Kontakt zu den Amerikanern fort, da man ja immer noch auf deren Platz spielte. . 1980 genehmigten die Amerikaner den Bau eines Clubhauses, das die Mitglieder fast komplett in Eigenregie errichteten. Es gab auch schlechte Zeiten mit den Amerikanern: Einer der Generäle wollte den Platz in ein Panzerübungsgelände umwandeln.


Wettkampfbetrieb

Seit der Golf-Club sein eigenes Vereinsheim hat, werden regelmäßig Mannschaftskämpfe ausgetragen. In den 1970er und 1980er Jahren wuchs die Mitgliederzahl. Auch Familienmitglieder der Herzogenauracher Firmen Adidas, Puma und Schaeffler wurden im Golf-Club Mitglied. Durch diese Firmen kamen Prominente wie Franz Beckenbauer, Altbundespräsident Walter Scheel oder Ex-Bayernstars wie Philipp Lahm zum Golf-Club.

2003 stand der Verein erneut vor einer großen Hürde. Der Pachtvertrag des Platzes lief aus. Glücklicherweise fand man ein 70-Hektar- Areal in Burgstall, wo der Verein bis heute ist. Der Bau des neuen 18-Loch-Golfplatzes, der zu einem der größten Deutschlands zählt, verschlang Millionen Euro. Das konnte der Golf-Club aber mit vielen Sponsoren und einer hohen Mitgliederzahl wettmachen.

Sechs Mitarbeiter pflegen die Anlage. Erst kürzlich gab es die Goldauszeichnung für diese Anlage. Damit zeichnet der Deutsche Golfbund Golfplätze aus, die ein besonderer Raum für Natur und Tiere sind.



"Schwanensee"

Profiteur der Wasserstellen und des geringen Pestizideinsatzes ist eine Schwanenfamilie.Vor Kurzem gab es Nachwuchs.

Von den 1024 Golfern stehen täglich mehr als 200 auf dem Platz. Damit sich so ein Platz finanziert, ist der Mitgliedsbeitrag höher als bei anderen Sportarten. Ein Erwachsener zahlt 1000 Euro im Jahr, falls er einmalig 5000 Euro investiert, ansonsten ist der Beitrag etwas höher. Für Kinder bis Zwölf, Jugendliche und Studenten kostet der Beitrag 100, 200 und 400 Euro.Nachwuchs stehe beim Golf-Club, der ein hohes Durchschnittsalter hat, an erster Stelle, so Vizepräsident Stefan Vorndran. "Trotz des etwas höheren Mitgliedsbeitrages ist der Golfclub aber kein Verein ausschließlich für Reiche", betont der Vizepräsident. "Wenn man vergleicht, dass man im Fitnessstudio auch 70 Euro im Monat zahlt, ist der Beitrag in etwa derselbe."


Gesunder Ausgleich

Apropos Fitness: Da die Spieler beim Golfen von Loch zu Loch laufen, kommen bei einer Runde schon mal sechs Kilometer Laufstrecke zusammen. Das hält fit bis ins hohe Alter. Jedoch muss man beim Golfen Zeit mitbringen, ein Spiel kann auch mal fünf Stunden dauern. Noch bis zum Sonntag veranstaltet der Golf-Club seine Jubiläumswoche, die mit einem Golferlebnistag abgerundet wird.