• Corona in Stadt Erlangen und Landkreis Erlangen-Höchstadt: Infektionszahlen zuletzt rasant gestiegen
  • Inzidenz knackt 1000er-Marke: Stadt und Region auf Platz 2 und 3 im Deutschland-Ranking
  • Erlanger Bergkirchweih für jüngsten Anstieg verantwortlich? Landratsamt bezieht Stellung

In Stadt Erlangen und Kreis Erlangen-Höchstadt ist es innerhalb kurzer Zeit zu einer massiven Zunahme der Corona-Fallzahlen gekommen. Die Inzidenz der Region hat inzwischen erneut die 1000er-Marke geknackt, die Stadt Erlangen ebenfalls. Einen vierstelligen Wert hatte der Landkreis zuletzt am 30. April aufgewiesen - damals hatte die 7-Tage-Inzidenz bei 1021,7 gelegen. Nun liegt er bei über 1300. Hängt der jüngste Anstieg der Infektionszahlen womöglich mit der Erlanger Bergkirchweih zusammen? inFranken.de hat beim Landratsamt Erlangen-Höchstadt nachgehakt. Dem RKI zufolge belegt die Stadt Erlangen am Mittwoch (22. Juni) bundesweit den zweithöchsten Platz mit einer 7-Tage-Inzidenz von 1398. Der Landkreis Erlangen-Höchstadt reiht sich gleich dahinter ein, mit einem Wert von 1312. 

Zusammenhang zwischen Bergkirchweih und Corona-Anstieg? Landratsamt gibt Einschätzung

Auf Nachfrage von inFranken.de erklärte Stephanie Mack, Pressesprecherin des Landratsamtes Erlangen-Höchstadt: "Dass es während der 'Berg'-Zeit zu mehr Corona-Infektionen gekommen ist, liegt nahe, auch wenn wir bei den einzelnen Infektionen nicht wissen, wo sie stattfanden. Schließlich haben sich die Menschen ja nicht nur draußen getroffen, sondern vor und nach dem Bergbesuch auch in Innenräumen."

Weiter führt sie aus: "Welchen Einfluss die Bergkirchweih und andere, zuletzt beziehungsweise parallel ausgerichteten Großveranstaltungen - zum Beispiel auch Rock im Park, Erlanger Weinfest - jeweils als einzelner Faktor auf die Fallzahlen eines bestimmten Landkreises haben, kann nicht ermittelt werden. Dies bedeutet aber nicht, dass bei den einzelnen Großveranstaltungen keine Infektionen stattgefunden haben beziehungsweise kein Zusammenhang zwischen Großveranstaltungen und einem Anstieg der Fallzahlen bestünde."

Mack gibt allerdings auch zu bedenken, dass ein Anstieg der Infektionszahlen nicht nur in Erlangen erlebt werde, sondern überall. "Und es gibt eine Vielzahl von Ursachen, die das erklären können: Der Wegfall der Maskenpflicht, der Wegfall von Auflagen für Zusammenkünfte oder auch die vermehrte Reisetätigkeit", begründete sie diesen Umstand.

Kurz nach Bergkirchweih: Stadt Erlangen aktuell mit bundesweit zweithöchstem Corona-Wert 

Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) hat sich der 7-Tage-Inzidenzwert schon am 13. und 14. Juni über Nacht nahezu verdoppelt. Lag die Inzidenz des Landkreises am Montag (13. Juni 2022) noch bei 632,9, betrug der Wert am Dienstag (14. Juni 2022) stolze 1181,0. Der Kreis Erlangen-Höchstadt wies damit zu diesem Zeitpunkt die dritthöchste Inzidenz in ganz Deutschland auf.

Steht die jüngste Corona-Entwicklung in Erlangen-Höchstadt gegebenenfalls mit der Durchführung der Erlanger Bergkirchweih in Zusammenhang? Nach zweijähriger Zwangspause feierte das beliebte fränkische Volksfest vom 2. bis 13. Juni unlängst sein langersehntes Comeback. Zur diesjährigen Neuauflage der Bergkirchweih waren bereits im Vorfeld rund eine Million Besucher erwartet worden.

Auffallend: Zum "Berg"-Auftakt (2. Juni 2022) betrug die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Erlangen-Höchstadt 426,5. Am Dienstag (14. Juni 2022), einen Tag nach dem Ende der Bergkirchweih, liegt der Wert wie erwähnt deutlich jenseits der 1000er-Grenze

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