Eigentlich hat die Einkaufssaison für Gartenpflanzen, -möbel und Dekoartikel für das heimische Paradies schon längst angefangen. Aber dann kam Corona. Seit Inkrafttreten der Ausgangsbeschränkungen vom 20. März waren viele Geschäfte geschlossen. So auch die Filialen von Obi und Dehner in Höchstadt. Auch wenn die Bayerische Staatsregierung ihre Maßnahmen weiterhin nur sehr vorsichtig lockert, sind seit Montag, 20. April, Bau- und Gartenmärkte wieder geöffnet. Am 27. April sollen Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern folgen und am 4. Mai Friseure. Die Geschäftsleiter Michael Jung von Obi und Rainer Gräbner von Dehner freuen sich sehr darüber, dass sie wieder aufmachen durften.

Noch relativ ruhig

"Bisher hält sich der Andrang noch in Grenzen. Die Kunden verhalten sich auch vorbildlich und ruhig", sagt Rainer Gräbner. Das wird beim Betreten deutlich. Ein paar Kunden suchen sich ihre Pflanzen für Garten und Balkon aus, halten aber genügend Abstand zueinander. Im Außenbereich ist etwas mehr Trubel. Dennoch sind insgesamt betrachtet so wenig Kunden schon ungewöhnlich für die Jahreszeit - aber offenbar normal zu Zeiten von Corona. Schilder im Eingangsbereich, Markierungen und gelbe Abstandsaufkleber sollen die Verhaltensregeln noch einmal ins Gedächtnis rufen.

Teilweise vorbildliches Verhalten

Securitymann Michael von Franken Security Solution steht vor dem Geschäft und hat einen Blick auf den Kundenverkehr. Auch die Einkaufswagen desinfiziert er oder verteilt Mund-Nasen-Schutze, die für einen Euro erhältlich sind. Teilweise sei es anstrengender als so mancher Abend bei Veranstaltungen oder vor Kneipen.

Es gibt vorbildliche Kunden, die bereits vorsorglich einen Mundschutz und sogar Desinfektionsmittel dabei haben. Eine von ihnen zückt die Flasche aus ihrer Handtasche und sagt: "Ich mach das schon seit sechs Wochen so."

Dann gibt es jedoch noch die andere Gruppe. Kopfschüttelnd meint Security Michael: "Manche halten sich einfach nicht daran oder man muss unnötige Diskussionen führen."

Noch ist der Mundschutz keine Pflicht, aber die Gartencenter-Kette appelliert an die Kunden, schon jetzt einen zu tragen. Zum Schutz anderer und vor allem der eigenen Mitarbeiter. "Es ist schön, wieder arbeiten gehen zu können", meint eine der Mitarbeiterinnen. Irgendwann falle einem Daheim einfach die Decke auf den Kopf.

Ab dem 27. April gilt dann für Bayern in allen Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr eine Mundschutzpflicht, wie Ministerpräsident Markus Söder in einer Regierungserklärung am Montagvormittag vor dem Landtag erklärte. "Das wird dann noch ein größeres Problem werden", vermutet Michael.

Mehr Andrang bei Obi

Bei Obi ging es gegen Mittag schon etwas lebhafter zu. Im Akkord desinfizierten Geschäftsleiter Michael Jung und seine Mitarbeiter die Einkaufswagen vor dem Eingangsbereich. An einem kleinen Stand sind ebenfalls Nasen-Mund-Schutze erhältlich.

"Wir haben Einlasskontrollen - es dürfen sich in unserer Filiale immer maximal 200 Menschen gleichzeitig aufhalten." Auch er lobt, dass die Kunden sehr vernünftig und einsichtig bezüglich der Regeln sind. Wie mittlerweile in allen Geschäften sind an den Kassen und Infotheken Schutzplatten aus Plexiglas. Im Innenbereich gibt es auch eine entsprechende Wegführung. "Sie ist so gestaltet, dass sich Kunden nicht mehr entgegenkommen", erklärt Jung.