Thomas Stammberger weiß genau, was er will. "Unser Siggi Maurer muss aus Franken kommen", sagt der bekannte Regisseur ("Dahoam is Dahoam""), der für den Heimattheater-Klassiker "Der Komödienstadel" nach einem Darsteller für das neue Stück sucht. "Humor und Bühnenpräsenz" müsse der geeignete Kandidat mitbringen für die Rolle, ist sich Stammberger sicher.

Gesucht wird ein fränkischer "Fotograf", der den "Cowboy von Haxlfing" für die Titelseite ins rechte Licht rückt. Im Oktober wird das gleichnamige Stück in der Heinrich-Lades-Halle uraufgeführt und vor Publikum mit zahlreichen Kameras aufgezeichnet. Im März nächsten Jahres strahlt das Bayerische Fernsehen die neue Folge der Kultreihe "Der Komödienstadel" aus.

Draußen vor der Tür warten derweil die fränkischen Laiendarsteller auf ihre große Chance.
"Ich hock` schon seit fast zwei Stunden hier", sagt Anja Glaser und schaut auf den roten Teppich des noblen Hotels in der Beethovenstraße direkt neben dem Rathaus. "Aweng aufgeregt" sei die leidenschaftliche Schauspielerin aus Heroldsbach bei Forchheim schon. "Ich arbeite im Steuerbüro. Auf der Bühne stehen ist der perfekte Ausgleich zu meinem Job", sagt Glaser und geht in Gedanken noch einmal den Text durch.

Wenn gleich die Tür aufgeht, dann muss die Frau mit dem roten Lockenkopf alles geben. "Es wäre schon ein Traum von mir, beim Komödienstadel mitspielen zu dürfen", sagt Glaser, die schon daheim in zahlreichen Rollen mit ihren Schauspielfreunden aus Heroldsbach auf der Bühne des Heimattheaters zu sehen gewesen ist. Plötzlich geht die Tür auf und Produktionsleiter Philip Kern bittet die Kandidatin für das Vorsprechen herein. Wobei Vorsprechen nicht ganz richtig ist. Eigentlich muss Anja gleich richtig zeigen, was in ihr steckt. "Du machst die Tür auf, lugst kurz rein und dann geht es los", gibt Thomas Stammberger die letzte Regieanweisung.

Glaser lässt sich das nicht zweimal sagen. Mit der Kamera um den Hals entert sie die Szene. Animiert den "Cowboy aus Haxlfing" zum Schwingen seines Lassos und drückt dabei im richtigen Augenblick auf den Auslöser. Die Jury um Stammberger blickt sehr zufrieden drein. Alles scheint auf Anhieb zu stimmen. Die Mimik und das Timing sitzt. Der Text sowieso. "Danke!", ruft schließlich der Regisseur sichtlich zufrieden. "Das war wirklich sehr gut! Sie hören von uns in den nächsten Tagen, ob es geklappt hat mit der Rolle."

Dann ist der nächste Kandidat an der Reihe. "Mein Name ist Ludwig Mayer aus Kriegenbrunn bei Erlangen. Ich spiele seit 28 Jahren in einer Laienspielgruppe", sagt Mayer und Stammberger gibt auch ihm die letzten Instruktionen. Dann geht schon wieder die Tür auf und Mayer fragt: "Sind Sie der Cowboy von Haxlfing?"




Kult-Heimattheater sucht Gesicht aus Franken

"Der Komödienstadel" kommt nach Erlangen: Am 3. und 4. November gastiert die TV-Produktion in der Heinrich-Lades-Halle in Erlangen. Aufgeführt und vor Publikum aufgezeichnet wird das Stück "Der Cowboy von Haxlfing". Eine wichtige Nebenrolle soll mit einem Gesicht aus Franken besetzt werden. Zahlreiche Kandidaten haben beim Casting kürzlich in Erlangen teilgenommen.

Zum Inhalt des neuen Stückes "Der Cowboy von Haxlfing"

Um endgültig Abschied zu nehmen, kehrt der verlorene Sohn Max Stemmer in "Der Cowboy von Haxlfing" ans Sterbebett seines Vaters Josef und somit an den elterlichen Hof zurück. Aber nach 20 Jahren ist das Chaos vorprogrammiert. Denn Max ist mittlerweile erfolgreicher Cowboy und hat in Amerika nicht nur neu angefangen, sondern aus dem Wilden Westen auch eine Menge abenteuerlicher Geschichten mitgebracht. Dafür erntet er in Haxlfing und nicht zuletzt von Nachbarstochter Jessy Zellner einige Bewunderung, auch die Fotografen sind hinter ihm her - sehr zum Leidwesen seines Vaters und seiner Schwester Frida, die als alleinige Pflegekraft des alten Grantlers Josef Stemmer allmählich mit den Nerven am Ende ist.