Die endgültige Entscheidung zum Pflasteraustausch in Burgstall wird der Herzogenauracher Stadtrat treffen. In jedem Fall ausgebaut und mit einem Wartehäuschen versehen wird die Bushaltestelle, dies war das Ergebnis einer Informationsveranstaltung im Burgstaller Feuerwehrhaus. Dorthin hatte Bürgermeister German Hacker (SPD) eingeladen. "Die Burgstaller sind uns wichtig", meinte der Bürgermeister und hatte mit Anja Wettstein (Planungsamt), Gerhard Merkel (Bauamt), Thomas Nehr (Verkehrsamt) und Martin Meßmer von der Herzo Bäder- und Verkehrs-GmbH auch die Fachleute der Verwaltung mitgebracht.

Mit einer Präsentation verdeutlichte Hacker den Ist-Zustand und ging in seinen Ausführungen zurück bis Ende der 90er Jahre. Damals wurde im Zuge des Dorferneuerungsprozesses das geplant, was im Jahr 2000 umgesetzt wurde und seitdem immer wieder zu Diskussionen im Ortsteil führte. Nämlich der Beton-Pflasterbelag in der Ortsmitte direkt am Landgasthof Bär und das Kopfsteinpflaster im Bereich des Feuerwehrgerätehauses.
Bürgermeister Hacker, damals noch Mitglied des Stadtrates, hatte den Ausbau der Ortsmitte auch mit beschlossen. "Ich würde heute anders entscheiden, denn wir haben uns damals ein Problem geschaffen", erklärte er nun. Von Anfang an war sei das Pflaster entlang des Landgasthofes ein Stein des Anstoßes gewesen, sei reklamiert worden und habe auch zu emotionalen Debatten im Stadtrat geführt. Aufgrund der Bebauung, in einer Stadt würde man von einer Häuserschlucht sprechen, werde es in der Ortsmitte sehr laut und die Übernachtungsgäste im Landgasthof könnten seitdem auf einen Wecker oder Weckdienst verzichten.

Bürgermeister Hacker möchte jetzt, da es bei der Dorferneuerung noch keinen Stadtbus gab und keine Bushaltestelle berücksichtigt wurde, eine richtige Haltestelle mit einem Wartehäuschen errichten lassen. Der Bus hält derzeit beim Landgasthof, die Haltestelle ist nur mit einem Schild gekennzeichnet und die Schulkinder sowie die Fahrgäste warten im Hof des Gasthofes auf den Bus. Der Besitzer des Landgasthofes sowie dessen östlicher Nachbar stellen der Stadt nun die erforderliche Fläche zur Errichtung der Haltestelle zur Verfügung. Die Planung sieht vor, dass die barrierefreie Bushaltestelle am östlichen Rand des Gasthof-Grundstücks gebaut und mit einem Wartehäuschen versehen wird. Wenn der Bus die Haltestelle anfährt, kann auch wegen einer Fahrbahnverengung nicht am stehenden Bus vorbeigefahren werden.

Die Bürger sind sich nicht einig

Ausgehend von diesem Eingriff bestehe die Möglichkeit, den Beton-Pflasterbelag im Fahrbahnbereich gegen eine Asphaltfläche auszutauschen. Der unmittelbare Anwohner am Feuerwehrhaus, Jürgen Hofmann, möchte dann auch das Pflaster um das Gerätehaus wieder entfernt wissen, weil auch das Kopfsteinpflaster sehr laut sei. Andere sahen dieses Pflaster als Aufwertung, außerdem sei im dortigen Bereich die Bebauung aufgelockert und so sehr würde es auch nicht stören.

Stadtrat Konrad Eitel (SPD) wollte gerne eine Meinungsbild der Burgstaller, aber deren Meinungen waren durchaus geteilt. Walter Nussel (CSU) warnte vor einer Abstimmung. "Eine solche würde das Dorf noch mehr spalten." Er erklärte auch, dass sich der Verkehr in den letzten zehn Jahren auf nun rund 2500 Fahrzeuge verdoppelt habe, dies konnte Thomas Nehr anhand der Verkehrszählung bestätigen. Nussel sprach sich an diesem Abend nicht eindeutig für eine Entfernung des Pflasters aus. Er machte darauf aufmerksam, dass die Anwohner das Pflaster damals mit bezahlen mussten und stellte die Frage in den Raum: "Wie werden dann Bewohner in anderen Ortsteilen reagieren?"

Für Bürgermeister Hacker ist klar, aus heutiger Sicht würde man anders handeln. "Der Einbau des Pflasters war ein Fehler."