"Mariupol, Luhansk, Odessa – die Namen der Städte, aus der die Geflüchteten stammen, lassen die schlimmen Erlebnisse und die Sorgen erahnen, die diese Menschen mit sich tragen", so die Caritas. Umso wichtiger sei es, dass sie in Bubenreuth „einen Ort der Ruhe und Geborgenheit“ gefunden haben, sagte Weihbischof Herwig Gössl, als er am gestrigen Mittwoch, 3. August, Geflüchtete aus der Ukraine im früheren Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Franziskus besuchte.

Wie der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg berichtet, leben in dem Haus seit Ende März Menschen aus der Ukraine. 110 Personen sind es derzeit, meist Frauen und Kinder. Die Männer und oft auch die alten Eltern seien weiterhin in der von Russland überfallenen Heimat.

Rund 15 Geflüchtete hätten bereits Arbeit gefunden, berichtete Einrichtungsleiter Benjamin Fricke vom Erlanger Sicherheitsservice, der die Unterkunft betreibe. Die Lernbereitschaft sei groß, die Deutsch-Kenntnisse aber noch auf einem niedrigen Level. Alle 35 Kinder aus der Einrichtung, so Bürgermeister Norbert Stumpf (CSU) seien in Kindertagesstätte oder Schule untergebracht. Die älteren unter ihnen hätten dem Weihbischof erzählt, dass sie in die Schule nach Baiersdorf gehen und mit dem Bus dorthin fahren.

Die Kriegsflüchtlinge, die in der Einrichtung untergebracht sind, „langen zu, pflegen auch selbst den Innenhof“, wird Stumpf zitiert. So fand die Begegnung dort in der Laube statt, in der über dem Springbrunnen "üppig Weintrauben wachsen".

Die Hausbewohner, so Stumpf weiter, hätten Anfang Juli am Pfarr- und Spitalfest auf dem Eichenplatz teilgenommen. Im katholischen Pfarrzentrum finde regelmäßig ein Flüchtlingscafé statt, an dem er auch selbst teilnehme und die Geflüchteten das Gespräch mit ihm suchten.

Gössls erster Eindruck sei der einer harmonischen Atmosphäre „trotz des schweren Schicksals, das die Menschen mitbringen“. Er warf die Frage seelsorglicher Begleitung auf und regte an, orthodoxe und ukrainisch- katholische Geistliche anzufragen. Obwohl die frühere Hauskapelle bereits profaniert sei, könne darin Gottesdienst gefeiert werden.

"Das Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Franziskus hatte im Oktober seinen Betrieb eingestellt, da das Gebäude nicht mehr den gesetzlichen Vorschriften für Pflegeeinrichtungen entsprach und sich keine Möglichkeit für einen Ersatzneubau bot. Nach Ausbruch des Krieges gegen die Ukraine und der Ankunft von Kriegsflüchtlingen mietete der Landkreis Erlangen-Höchstadt das leerstehende Haus vom Diözesan-Caritasverband Bamberg, dem Besitzer der Immobilie", heißt es.