Seit einigen Jahren schon engagieren sich Weisendorfer Schüler für bedürftige Kinder im indischen Zubza in der Region Nagaland. Was mit einer Brieffreundschaft begann, die Religionslehrer Ernst Klimek angeregt hatte, hat sich inzwischen zu zahlreichen Spendenaktionen ausgewachsen. Wie es in einer Pressemitteilung heißt, wollen die Schüler, die sich selbst Zubzas nennen, jetzt ein neues Klassenzimmer an der Schule in Zubza finanzieren. Im Familiengottesdienst der Pfarrgemeinde St. Josef, die sie unterstützt, berichteten sie zunächst von der aktuellen Situation in Indien.

Zu weit weg von der Schule
Es gebe eine hohe Kindersterblichkeit, und 45 Prozent der Kinder zwischen sechs und 14 Jahren, besonders viele Mädchen, besuchen keine Schule. Elf Millionen Kinder leben auf der Straße. Viele Kinder wohnen zu weit von der Schule entfernt, und ihre Eltern können die Unterbringung nicht bezahlen.
Und dennoch gebe es eine Chance für die Kinder und Brieffreunde im Nagaland. Die dortige Don-Bosco-Schule nimmt auch weiterhin Kinder auf, wenn die Eltern keinen Beitrag aufgrund ihres niedrigen und oft unregelmäßigen Einkommens von 20 Euro im Monat leisten können. Nachdem allerdings bis zu 60 Kinder in den Klassenzimmern am Unterricht teilnehmen, wollen die Zubzas in diesem Jahr mithelfen, ein weiteres, dringend notwendiges Klassenzimmer zu finanzieren. Die Schule erhält kaum staatliche Unterstützung.
"Für unsere Brieffreunde lassen wir uns immer wieder neue, interessante Aktionen einfallen, auch bei der 725-Jahr-Feier von Weisendorf. Ihr werdet staunen", versprach die zehnjährige Lena den Gottesdienstbesuchern. Das Kinderrechtsteam, das inzwischen auch als Aktionsgruppe von terre des hommes firmiert, hofft, dass sich möglichst viele Bürger an dem neuen Hilfsprojekt mit einer Spende für das Klassenzimmer beteiligen.

100 Solibrote verkauft
Für den Auftakt hatten sich die Zubzas mit ihrer Lehrkraft Hanne Böhringer einen kulinarischen Anreiz überlegt: Brotscheiben mit leckerem Aufstrich. Diese gingen ebenso wie 100 Solibrote nach der Segnung durch Pfarrer Lars Rebhan "weg wie warme Semmeln", freute sich die zehnjährige Laura. Durch eine Spende können die Kinder im Nagaland in einer liebe- und respektvollen Umgebung aufwachsen und sich später für sich, ihre Familien und ihre Dorfgemeinschaft einsetzen, warben die Schüler. Und die Hilfe komme zu 100 Prozent in Zubza an.
Im Oktober 2014 plant die Pfarrei St. Josef mit Pfarrer Lars Rebhan einen Besuch der Partnergemeinde und eine Fahrt nach Zubza. Vielleicht kann dann schon die feierliche Einweihung und Segnung des neuen Klassenzimmers vorgenommen werden. Außerdem berichtet die Kinderärztin Renata Lysy am Freitag, 19. April, um 16 Uhr im Weisendorfer Rathaussaal über ihren Besuch in Zubza. Am 16. Mai stellen die Zubzas dem Landtag, Parlament und Abgeordneten in München die bereits abgeschlossenen Hilfsprojekte und das Klassenzimmerprojekt im Nagaland vor. ft