Es war in der Pfingstausgabe 2014, als der FT über ein neuartiges Pflanzkonzept der Stadt berichtete. Sieben Ortseingänge sollten verschönert werden, und damals wurden die ersten Pflanzen gesetzt. Landschaftsarchitektin Christine Orel beschrieb die Aufgabe an einem Beispiel nahe der Fachklinik, wo künftig "reich blühende Staudenbeeten" grüßen sollten, mit ihren Worten: "Eine wiesenhafte Struktur springt auf die Staudenfläche. Da geht's richtig herzhaft zu."

Heute, gut ein Jahr später, sind diese Fläche in ihrem zweiten Frühling respektive Sommer angekommen. Der Passant kann die schwärmerischen Worte nachvollziehen, denn inzwischen blüht es auf den ausgewählten sieben Stellen an den Eingängen zur Stadt in vielen Farben. Die wechseln mit den Wochen, zurzeit leuchtet vieles in lila.

Auch die neue Brunnenanlage am Weihersbach blüht in dieser Farbe. Dieses Areal liegt in der gleichen Hand des Herzogenauracher Büros Orel + Heidrich. Gemeinsam mit der Insel auf dem Postplatz-Kreisverkehr bilden alle Stellen gewissermaßen eine Einheit.

Monika Preinl, die Umweltbeauftragte im Herzogenauracher Rathaus, ist begeistert von dem Ergebnis der Aktion. Es sei ein wirklich überzeugendes Gesamtkonzept, das der Stadt da vorgelegt wurde. Das könne man jetzt gut erkennen, da alles blüht. Die Pflanzungen seien "sehr schön aufeinander abgestimmt."

Beantragt worden war diese Aktion von der CSU. Vor allem ging es auch darum, dass die Herzogenauracher Gärtnerfirmen eingebunden würden. Das hat man dann auch so gemacht. 40 000 Euro ließ sich die Stadt das kosten. Jeder, der an den blühenden Stadteingängen vorbei kommt, sieht das Ergebnis. Und kann sein Auge an Herzogenaurachs blühenden Landschaften erfreuen. Gepflegt werden diese in den ersten beiden Jahren durch die Gärtner selbst. Ab 2016 werde diese Aufgaben dann die Stadtgärtnerei übernehmen, sagt Preinl. Das Gießen in den derzeit trockenen Wochen übernimmt die Stadt ohnehin schon jetzt.

Katzenminze als Exot
Wie schön auch eine Fläche inmitten der Stadt gestaltet werden kann, zeigt sich am neuen Weihersbachbrunnen. Auch dort blüht es seit Wochen. Erst in orange, jetzt in lila und magenta und deren Schattierungen. Als nächstes wird es dort dann purpurrote Blüten geben. Das ganze Jahr über, von März bis November, soll es dort blühen, sagt Christine Orel, die sich auf ihren Fahrradexkursionen durch die Stadt regelmäßig überzeugt, dass auch alles passt.

Irgendwie ist das Areal am Eingang zum Weihersbach auch wie ein kleiner botanischer Garten. So wachsen dort auch Pflanzen, die man in Herzogenaurach sonst nirgendwo antrifft, sagt Orel. Beispielsweise die Katzenminze, die in freier Natur in der Mandschurei vorkommt. Immerhin knapp tausend Stauden und bestimmt 3000 Blumenzwiebel seien am Weihersbach gepflanzt und gesteckt worden.

Und fertig sei das noch lange nicht, schiebt die Landschaftsexpertin hinterher. Denn erst im Lauf der Jahre würden die Pflanzen ihre volle Pracht entfalten. "Im nächsten Jahr sieht man keinen Boden mehr", sagt Orel. So voll werden die Beete dann.

Ähnlich wird es mit den sieben Stadteingängen. Dann dürfte man noch mehr erkennen, dass zwischen den Tal- und den Höhenlagen unterschieden wird. Im Tal, also unten an den Toren zur Stadt, sei eher blockhaft gepflanzt worden, mit starker Farbgebung und ausgeprägten Pflanzengruppen. An den höher gelegenen vier Standorten aber sah die Planerin den Übergang zur offenen Landschaft als charakteristisch an. Sie drückte das mit zarten Farben, filigranem Wuchs und einer lockeren Pflanzordnung aus.

Ein Stadteingang steht im Übrigen noch aus. Doch der soll ganz anders gestaltet werden, sagt Monika Preinl von der Stadt. Es ist die Fläche an der Hans-Maier-Straße in Höhe der Berufsschule. Dort will, wo das Hinweisschild auf das Altstadtfest ist, die Firma Schaeffler aktiv werden und das Areal ihren Interessen entsprechend bepflanzen lassen. Das soll im Herbst geschehen, über die Gestaltung wollte Preinl noch nichts verraten.

Jedenfalls werden sich dann auch in Grünflächen die drei großen Firmen der Stadt wiederfinden. Schaeffler an der Hans-Maier-Straße, Adidas im Postplatzkreisel mit dem übergroßen Ball und entsprechenden Pflanzen außen herum und Puma auf dem Kreisverkehr vor der Zentrale an der Flughafenstraße. Dort wird ja ein großer Puma aufgestellt, und bepflanzt werden soll dort auch.