Was kann man tun, wenn ein Kind das Lesen einfach nicht lernt oder sich nicht richtig konzentrieren kann? Zahlreiche Lehrer der Höchstadter Don-Bosco-Schule treffen sich regelmäßig in Arbeitsgruppen, um unter anderem für solche Probleme Lösungen zu finden. "Der Austausch unter den Lehrern ist intensiv", lobt Konrektorin Herlinde Jäkel. Wie genau die umfangreiche Arbeit am Förderzentrum aussieht, davon konnten sich vor kurzem Eltern, Lehrer und andere interessierte Fachkräfte beim Tag der offenen Tür ein Bild machen.
Die Besucher hatten einen Nachmittag lang die Möglichkeit, in alle Klassenzimmer der Schule zu schauen und neben den Lehrmethoden Aktivitäten wie Schülercafé mit dem Projekt "Gesunde Schule", den Turnhallenparcours oder auch ein Boxsackprojekt kennenzulernen.
Unterrichtet werden derzeit rund 220 Schüler von etwa 35 Lehrern in den Klassen eins bis neun.
Alle Kinder haben einen besonderen Förderbedarf im Lernen, in der Sprache oder auch im Verhalten. Mit diesen drei Säulen im Blick bekommt jedes Kind einen eigenen Förderplan, der drei Mal pro Jahr angepasst wird, wie die Konrektorin erklärt. Derzeit mache sie viele Beratungen für Kinder, die eingeschult werden sollen: "Jedes Kind wird getestet, damit wir eine Grundlage zum Lernen haben."
Ideal sei es, wenn die Kinder von Anfang an die Don-Bosco-Schule besuchten, aber der Einstieg sei auch "mittendrin" möglich. Besonders wichtig, so Jäkel, "ist die enge Zusammenarbeit mit den Eltern. Die müssen mitarbeiten und das Ganze unterstützen".
Eine Klasse hat im Schnitt zehn bis zwölf Schüler. Jeden Dienstag nehmen die Klassen eins bis sieben an Arbeitsgemeinschaften für Tanz, Zirkus oder auch Theater teil. Da vielen Schülern langes Stillsitzen schwer fällt, wird der Unterricht immer wieder aufgelockert. "Die Kinder lernen zum Beispiel mit Bewegung", führt Jäkel aus. Außerdem bekommen sie viel Material an die Hand, nicht nur Arbeitsblätter.
Darüber hinaus bietet die Don-Bosco-Schule verschiedene mobile sonderpädagogische Dienste an, unter anderem für Kindergärten sowie Grund- und Mittelschulen. Dort kümmern sich Fachkräfte um Kinder mit Auffälligkeiten - etwa in der Sprache. Erreicht werden soll, dass sie in der Regelschule bleiben können.
Seit über einem Jahr gibt es zudem das Sonderpädagogische Kompetenz- und Beratungszentrum (SKBZ) in der Don-Bosco-Schule. Dieses Angebot werde gut genutzt, meint die Konrektorin, beraten werde jeder: "Es rufen immer mehr Eltern an, die Fragen zur Schullaufbahn ihrer Kinder haben." Da das Zentrum gut vernetzt sei, können die Berater immer auch an Fachkräfte anderer Schule oder andere Einrichtungen verweisen.
Ein großes Ziel der Don-Bosco-Schule als Fördereinrichtung ist es, möglichst viele Kinder wieder in die Regelschulen einzugliedern. "Wir haben derzeit 50 Kinder auf der Rechnung, die zurückgehen könnten", betont Jäkel. Im vergangenen Schuljahr habe es unter den Abgängern der neunten Klasse nur ein Kind gegeben, das seit der ersten Klasse in der Schule war. Ein Wechsel zurück sei ideal nach der zweiten, vierten oder sechsten Klasse. Bestätigung erhalte die Don-Bosco-Schule immer wieder, freut sich Jäkel: "Die Rückmeldungen von Regelschulen waren bisher immer so, dass unsere Schüler gut mitkommen und gut ankommen."