Gibt es sowas überhaupt, ein begehbarer Kalender, der zudem noch gegessen werden kann? Doch gibt es, nämlich im Stadtmuseum in Herzogenaurach. Begangen kann er noch bis zum 15. September werden, gegessen ist er schon. In den Genuss des "gebackenen Kalenders 2013", kamen die Besucher der Vernissage bei der Vorstellung. Dem Vorsitzenden des Kunst- und Kulturvereins Herzogenaurach, Manfred Braun oblag es, mit dem Lineal abgemessene quadratische Stücke zu schneiden. "Schließlich bin ich Architekt und da muss es genau zugehen", bemerkte Braun, als er das große Messer ansetzte.

Anfang des Jahres 2011 kam bei Künstlerinnen der Gedanke auf, ein für den Verein ungewöhnliches Projekt zu verwirklichen. Und die Idee, die Herausgabe eines hochwertigen Kunstkalenders, wurde geboren.

21 entwerfen ein erstes Konzept


Die 16 Künstlerinnen und 5 Künstler brachten ihre Ideen und Vorstellungen ein, und es wurde ein erstes Konzept entwickelt. Unter der Projektleitung von Elisabeth Hochleitner, die sich noch Monika Preller und Brigitte Graf-Nekola ins Projektteam holte, nahm das Vorhaben Gestalt an.


Mit dem Weisendorfer Grafiker und Fotokünstler, Manfred Dick-Kreuzer wurde ein fachlich versierter Unterstützer gefunden, Monika Preller aus Großenseebach leitete die Sponsorengruppe und Graf-Nekola übernahm die verantwortliche Leitung für das Layout.

Die 21 Künstler stellten je zwei Werke zur Verfügung, die von dem Weisendorfer Grafiker in professionelle Fotos umgewandelt wurden. Die Kunstschaffenden wählten entsprechend ihrer Kunstrichtung ihre Werke aus, die dann vom Projektteam nach elementaren Gemeinsamkeiten zugeordnet wurden. Die Mischung der verschiedenen Kunstrichtungen und Maltechniken machen den Kalender deshalb zu einem Unikat. Die Originalwerke können in drei Räumen des Stadtmuseums durchwandert werden, zu sehen sind Malerei, Skulpturen, Textilkunst und Dichtkunst.

Lob vom Bürgermeister


Großes Lob kam vom dritten Bürgermeister Manfred Welker, "der Kalender ist toll geworden", meinte Welker, der besonders die unterschiedlichen Maltechniken und Materialien hervorhob. "Den Kalender muss man erleben und die Ausstellung besuchen", lud Welker ins Stadtmuseum ein.

Der Kalender umfasst, neben den üblichen wichtigen Seiten, ein Kalendarium sowie Kunst-, Text- und Notizseiten. Die Zahl 21 zieht sich magisch durch das gesamte Projekt, neben den 21 künstlerisch Tätigen dauerte das Projekt 21 Monate, wurde von 21 Sponsoren und Förderern unterstützt und am 21. Mai fertig.

"Wenn der Nutzer unseres Kalenders sich beim Betrachten unserer Bilder und Texte entrückt, entschleunigt und entzückt fühlt, dann haben wir unser Ziel erreicht", erklärte Brigitte Graf-Nekola bei der Vorstellung im Stadtmuseum.

Anregen und begeistern


Von "anregen, auffallen und begeistern" sprachen auch Vorsitzender Manfred Braun und 3. Bürgermeister Manfred Welker in ihren Wortbeiträgen. Besonders stolz zeigte sich Vorsitzender Braun: "Es ist heute was Besonderes und ich mache das, was ich selten mache, nämlich allen Künstlerinnen Künstlern ein herzliches Danke sagen."

Der Kunstkalender kostet 14,90 Euro und ist im Kunstraum (Donnerstags von 17 bis 19 Uhr) an der Langenzenner Straße erhältlich und ab 17. September auch in verschiedenen Geschäften verkauft werden.

Der Kalender kann bis zum 15. September "begangen" werden.
Öffnungszeiten: Samstag 14 - 17 Uhr, Sonntag 11 - 17 Uhr, Donnerstag 17 - 20 Uhr.