DIPG. Hinter diesen vier Buchstaben verbirgt sich das "diffuse intrinsische Ponsgliom", ein hundsgemeiner, inoperabler, tödlicher Gehirntumor, der insbesondere im Kindesalter auftritt, zumeist zwischen dem vierten und neunten Lebensjahr. Der kleine Oskar aus Nürnberg ist eines dieser Kinder.

Oskar darf diesen Tag leider nicht mehr erleben, er verlor den Kampf gegen den Krebs und starb am 6. Juni im Alter von sieben Jahren in den Armen seiner Mama Janina Dotzauer. "Im März sagten die Ärzte, dass er nur noch wenige Wochen hätte", so Dotzauer, "Trotzdem haben wir am 13. Mai noch seinen Geburtstag gefeiert."

Oskar durfte zuhause sterben. "Ich war schon eine halbe Ärztin", erklärt die trauernde Mama, "ich habe ihm bis zum Schluss die Morphiuminfusionen gelegt." Unterstützt wurde sie dabei vom Kinderpalliativteam Erlangen.

Wie sie das geschafft hat und woher sie die Kraft genommen hat?" "Wenn man die Diagnose bekommt, dann ist das eine Verabschiedung vom ersten Tag an", sagt Janina Dotzauer. "Man hofft, dass ein Wunder eintritt, das trägt einen über die Zeit."

Die kurze Zeit, die Janina Dotzauer mit ihrem kleinen Jungen hatte, hat sie versucht, ihm so schön wie möglich zu machen. Doch wie packt man ein ganzes Leben in nur wenige Monate? Wie gibt man den Tagen mehr Leben, wenn die Tage des Lebens gezählt zu sein scheinen?

Mithilfe von Menschen wie Stefan Danicic zum Beispiel. Seit Jahren macht sich der Globale Projekt- und Prozessmanager für Logistic, der ehrenamtlich auch für den ASB Forchheim tätig ist, für den Kampf gegen diese Erkrankung stark. Zuerst mit Spenden, später mit tatkräftiger Unterstützung. So ermöglichte er letztes Jahr dem kleinen Oskar eine Fahrt in Hans Rieglers Rennwagen beim Autoslalom in Höchstadt.

Danicic hat die DIPG-Fighters übernommen und jetzt im Juni die DIPG-Armee gegründet, "um Information und Kommunikation zu verbinden", wie er sagt. Zudem unterstützt er die "Stiftung für innovative Medizin" mit Sitz in München, wo Dr. Alexander Beck mit Hochdruck an neuen Therapieoptionen arbeitet.

Die Spielekiste im Aischparkcenter hat die Stiftung bereits im letzten Jahr mit einer Spendenaktion unterstützt. Auf diesem Wege kamen für den kleinen Oskar rund 2000 Euro und für die Stiftung rund 1000 Euro zusammen. Dieses Jahr wiederholt die Spielekiste mit ihren Geschäftsführern Michael und Sebastian Lang und in Zusammenarbeit mit der Spielekiste in Altenkunstadt diese Aktion. "Wir sind ein Privatunternehmen", sagt Sebastian Lang, "Wir zeigen für sowas viel Herz. Wir haben alle Jahre eine Familie, der wir helfen.

Dieses Jahr ist es die Forschung." Extra angereist aus Siegen im Siegerland in Nordrhein-Westfalen ist Antje Albert. Die Messe- und Eventmanagerin hatte selbst einen kleinen Jungen, der im Alter von gerade mal vier Jahren im August 2019 an DIPG verstarb. Doch statt mit dem Thema abzuschließen, sammelt sie ebenfalls Spenden für die Stiftung und gründete "BENhilft".

"Ich mache das, weil es so furchtbar ist und weil es sonst keiner macht", sagt die 43-Jährige. "Es gibt keine Unterstützung durch öffentliche Gelder. Es sind immer die Eltern von verstorbenen Kindern, die im Nachgang unterstützen. Damit irgendwann kein Kind mehr daran sterben muss. Das ist der große Wunsch von uns allen."

Man spürt, wie sehr Antje Albert das, was sie tut, am Herzen liegt, als sie erklärt, "wir machen das, damit die Eltern irgendwann nicht mehr hören müssen: Gehen Sie nach Hause und schaffen Sie Erinnerungen. Wir können nichts tun." Mit ernster Stimme fügt sie ein "Das ist für mich eine Art Trauerbewältigung" hinzu. Im Gepäck hat sie 150 in Handarbeit gefertigte "Bennifanten", welche auf die beiden Spielzeugläden verteilt werden und ab einer Spende von 20 Euro den Unterstützern als Geschenk überreicht werden. Zusammen mit ihrer Mutter Nelly hat Albert die plüschigen Gesellen aus ökozertifizierten Stoffen gefertigt. Dass es Elefanten wurden, ist kein Wunder, hat Bens Oma doch zur Geburt von Ben und dessen großer Schwester Elefanten genäht, welche der kleine Knirps gleich beide für sich reklamiert hat.

"Ich brauche zwei von den Bennifanten", ruft Michael Lang in diesem Moment, "einer geht nach Kanada, Halifax." Bis zum 24. Dezember werden in der Spielekiste die Spenden entgegengenommen. Als Spen-denbox dient ein Bennifant aus Holz in Originalgröße, gefertigt von Schreiner Jens Dotzek von der Schreinerei Zollstock aus Hausen. Den Plexiglaseinsatz hat Stefan Danicic eingesetzt und er hat den grauen Burschen auch bemalt. Schwanz und Ohren entsprechen dem Original aus Stoff. "Der Bennifant ist dieses Jahr ein "Must have", erklärt Albert, "der ist in." Der eine oder andere dürfte schon bald ein neues Zuhause finden.