In der Jahresversammlung konnte trotz ernster Worte des Vorsitzenden Johann Ort der Posten des Dritten Vorsitzenden nicht besetzt werden, und auch die Gymnastikabteilung ist ohne Leitung.
Im September des vergangenen Jahres war Stefan Stiegler vom Posten des Dritten Vorsitzenden zurückgetreten, aber bei der Suche nach einem Nachfolger herrschte Stille im Saal des Vereinsheims. Ort listete die Aufgaben der drei Vorsitzenden auf, sie werden geteilt in die Bereiche Fußball, Liegenschaften und Jugend. "Es kann doch nicht sein, dass sich unter 700 Mitgliedern niemand findet, der einen Posten übernimmt", gab sich der Vorsitzende etwas resigniert.
Dieses Spiel wiederholte sich, als der Vorsitzende die Leitung der Gymnastikabteilung in neue Hände legen wollte, nachdem Abteilungsleiterin Franziska Reif-Baumüller ebenfalls ankündigte, nicht mehr zu kandidieren. Auch hier ging Orts Appell ins Leere. "Es ist traurig, dass sich trotz vieler fähiger Mitglieder keine Nachfolgerin oder Nachfolger finden lässt", kommentierte Ort die "Sprachlosigkeit" der Mitglieder.
In diesem Zusammenhang rügte der Vorsitzende auch das Verhalten einiger Mitglieder, die Kritik an der Gymnastikabteilung geübt hätten. In den Kursen werde gute Arbeit geleistet, und die Betreuer hätten es nicht verdient, dass über sie geschimpft wird. "Dies gilt aber auch für manche Zuschauer unserer Heimspiele, die an den Spielern lautstark Kritik üben, denn die Trainer und Betreuer leisten eine hervorragende Arbeit", erklärte Ort unter Beifall der im Saal anwesenden Spieler.
Die erste und die zweite Mannschaft hätten die Erwartungen mehr als erfüllt. Die erste Mannschaft belegt aktuell den vierten Platz in der Kreisliga, und das Ziel für die Rückrunde heißt erster oder zweiter Platz. Aber auch die zweite Mannschaft habe als Aufsteiger in der Kreisklasse eine sensationelle Vorrunde gespielt und nimmt gegenwärtig Platz 7 ein.
Einzig der Posten des Abteilungsleiters Fußball konnte wie bisher wieder mit Jusuf Alijaj besetzt werden. Voraussichtlich im Juni soll eine Damenmannschaft gemeldet werden, inzwischen nehmen 18 Spielerinnen am Training teil.


JFG wird aufgelöst

Eine weitere Baustelle nicht nur des Heßdorfer Sportvereins ist die JFG (Jugendfördergemeinschaft) Seebachgrund, deren Vorsitzender Peter Falk, gleichzeitig Koordinator der A- bis D-Jugend, trat am 2. Dezember zurück. "Bei der JFG geht es momentan drunter und drüber, da ist das absolute Chaos", erklärte Johann Ort. Zwischen den Stammvereinen Heßdorf und Großenseebach sowie Niederlindach gebe es bereits Gespräche, wie es mit den Schüler- und Jugendmannschaften weitergehen soll. Es dürfe keinesfalls passieren, dass die Schüler und Jugendlichen nicht im Spielbetrieb bleiben, diese seien schließlich der potenzielle Nachwuchs der Stammvereine.
Diesen gibt Ort auch die Hauptschuld am Desaster bei der JFG, denn sie hätten sich nahezu überhaupt nicht um die JFG gekümmert. Auch würde es an geeigneten Trainern bei den Nachwuchsmannschaften fehlen, was Ort ebenfalls sehr traurig findet, da es bei den drei Vereinen genügend kompetente Mitglieder geben würde. Deswegen bleibe nur übrig, die JFG schnellstmöglich aufzulösen und Spielgemeinschaften zu gründen. Dies soll bei der JFG-Versammlung im April passieren, und Ort will sich bis dahin intensiv mit den Verantwortlichen in Großenseebach und Niederlindach auseinandersetzen.
Der SpVgg-Vorsitzende Ort hatte aber auch positive Nachrichten, so laufe die Sanierung des Sportheimes nach Plan und es wurden rund 60 000 Euro investiert, ohne Fremdkapital in Anspruch zu nehmen. Die Investitionen der vergangenen Jahre führten dann auch zu einem Minus von knapp über 7000 Euro, wie Kassiererin Katja Gumbmann in ihrem Kassenbericht betonte. Nicht nur deshalb, sondern auch weil der Verein weiter investieren müsse, um die gesamte Sportanlage in Schuss zu halten, schlug die Vereinsführung eine Anpassung der Mitgliedsbeiträge vor. Der Jahresbeitrag der unter 18-jährigen steigt um sieben Euro auf 39 Euro, die Erwachsenen zahlen künftig 72 Euro statt bisher 62 Euro. Angehoben wird auch der Familienbeitrag um jährlich 18 Euro auf 132 Euro. "Damit liegen wir immer noch unter dem Beiträgen vergleichbarer Vereine", warb der Vorsitzende um Zustimmung, die er dann auch ohne Diskussion erhielt.